Warten auf die weiße Pracht

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Bei der Kreisstraßenmeisterei Oldenstadt lagern zurzeit noch rund 300 Tonnen Streusalz. Doch die Salzfirmen haben weiterhin Lieferengpässe.

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. Das Wüten des Winters stellte die beiden Straßenmeistereien im Kreis Uelzen während des gesamten Dezembers vor besondere Herausforderungen. Vielerorts fehlte das Streusalz, um die Straßen befahrbar zu machen. Jetzt bereiten sich die Straßenmeistereien auf den nächsten Wintereinbruch vor, den Meteorologen für die kommenden Tage voraussagen.

„Bei uns lagern derzeit etwas mehr als 300 Tonnen Salz“, berichtet Reiner Ripke, Einsatzleiter der Kreisstraßenmeisterei Oldenstadt. Für diese Woche erwartet er noch zwei Nachlieferungen von insgesamt 50 Tonnen Salz. Zwar werde das für die ersten Tage Winterdienst reichen, „doch zufriedenstellend ist das nicht“, gibt Ripke zu. Noch immer hätten die Salzfirmen wegen der hohen Nachfrage Lieferengpässe. „Wahrscheinlich werden zuerst wieder die Meistereien von Autobahnen und Bundesstraßen beliefert“, vermutet er.

Optimistischer ist Manuela Kapak-Wendt, Leiterin der für Bundes- und Landesstraßen zuständigen Straßenmeisterei Holdenstedt. „Wir sind für den nächsten Wintereinbruch gewappnet“, erklärt sie. Rund 250 Tonnen Salz lagern noch vor Ort. „Bei Glätte reicht das für acht Einsätze, bei viel Schneefall muss man sehen, wie weit wir damit kommen.“ Auch Sand-Salz-Gemisch hat die Straßenmeisterei noch vorrätig, zudem hat sie weiteres Streusalz vorbestellt. „Ich sehe der Sache gelassen entgegen“, lautet daher das Fazit von Kapak-Wendt.

Sie hat kürzlich von CDU-Kreistagsfraktionschef Claus-Dieter Reese eine schriftliche Anfrage zum Winterdienst erhalten. „Stimmt es, dass die Straßenmeisterei für ihre 350 Kilometer Straßen nur ein Salzlager von 800 Tonnen hat?“, will Reese wissen. Im Gegensatz dazu fasse das Lager der Kreisstraßenmeisterei Oldenstadt 1000 Tonnen, erklärt er. „Wenn ein unzureichender Salzvorrat an den Problemen unserer Landes- und Bundesstraßen mitverantwortlich ist, muss das Land hier durch entsprechende Investitionen geeignete Abhilfe schaffen“, fordert Reese.

Nach den Worten von Kapak-Wendt fasst das Salzlager in Holdenstedt tatsächlich 800 Tonnen, die Einschränkung „nur“ will sie aber nicht gelten lassen. „Sämtliche Firmen haben inzwischen keine eigenen Lager mehr, sondern liefern alles ,just in time‘ über die Straße. Von uns aber wird gefordert, wir sollten das gesamten Salzbedarf eines Winters bei uns lagern“, sagt sie. Der Bau einer neuer Salzhalle koste etwa 500 000 Euro, „und ich bräuchte vier davon pro Jahr. Doch das kann sich niemand leisten.“ Es sei nicht vertretbar, mit Steuermitteln die Kapazität des Salzlagers aufzurüsten, sagt Kapak-Wendt.

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