IG Metall und Mitarbeiter fordern bessere Stundenlöhne

Warnstreik bei Sternpartner

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Wolfgang Schöttle von der IG-Metall gehörte gestern zu den Rednern beim Streik. Er stellte weitere Aktionen in Aussicht, wenn die Geschäftsführung nicht neues Angebot unterbreite.

Uelzen. Die Trillerpfeifen waren bereits am Eingangstor zu hören: Rund 150 Mitarbeiter der Sternpartner-Gruppe sind am Hauptsitz in Uelzen gestern Nachmittag für einen halben Tag in einen Warnstreik getreten.

Die Gruppe unterhält in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt insgesamt 14 Autohäuser und beschäftigt 630 Menschen.

Mit dem Protest haben die Gewerkschaft IG Metall und die Mitarbeiter ihrer Forderung nach höheren Stundenlöhnen Nachdruck verliehen. Seit Monaten wird zwischen der IG Metall und der Geschäftsführung von Sternpartner über eine bessere Bezahlung der Mitarbeiter verhandelt, bisher ohne Ergebnis.

In den Verhandlungen als Ziel gesetzt hat sich die IG-Metall eine Anbindung der Löhne an die Entgelte des bestehenden Flächentarifvertrages für das Kfz-Handwerk in Niedersachsen. Zudem soll für die Sternpartner-Gruppe ein Tarifvertrag abgeschlossen werden. Einen solchen gebe es zurzeit nicht, wie Hartmut Meine, Bezirksleiter der IG Metall, zu Beginn des Streiks sagte. Das bedeute, Verträge mit Mitarbeitern würden nach Gutsherrenart abgeschlossen. Im Ergebnis würden Mitarbeiter deutlich unter dem Tarifniveau beschäftigt.

Ein Punkt, der strittig ist zwischen der Gewerkschaft und der Geschäftsführung. Thomas Dannacker, einer der beiden Geschäftsführer bei Sternpartner, erklärt gestern im AZ-Gespräch, die gezahlte Vergütung an die Mitarbeiter würde im Durchschnitt das Tarifniveau erreichen. „Zufriedene Mitarbeiter sind unser größtes Kapital“, so der Geschäftsführer.

Der Teufel steckt für die Gewerkschaft aber im Detail: In der Sternpartner-Gruppe erhalten Mitarbeiter ein Grundgehalt, Weihnachts- und Urlaubsgeld. Zusätzlich kann über eine Leistungsvereinbarung das Gehalt weiter aufgebessert werden. Rechne man all diese Beträge zusammen, liege man auf Tarifniveau und auch darüber, so Rainer Näbsch von der IG-Metall. Es gehe aber darum, einen besseren Grundbetrag für die Mitarbeiter zu erreichen. Schließlich dürfe es nicht an zusätzlicher Arbeit durch Leistungsvereinbarungen hängen, ob jemand auskömmlich bezahlt wird. Ob dafür Spielraum bleibt, ist offen. Das Unternehmen erklärt in einer Pressemitteilung: „Vor dem Hintergrund des starken Wettbewerbs im Kfz-Handel und den Restrukturierungs- und Modernisierungsmaßnahmen im vergangenen Jahr fehlt aufgrund der ausgeglichenen Ergebnissituation einer Lohn- und Gehaltserhöhung durch den Eintritt in einen Tarifvertrag die finanzielle Basis.

Die Gewerkschaft forderte gestern die Geschäftsführung auf, in den nächsten 14 Tagen mit einem neuen Angebot an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Thomas Dannacker sagte, man wolle verhandeln und es gebe dazu auch bereits ein Schreiben an die IG Metall.

Von Norman Reuter

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