Landkreis Uelzen

Warnstreik: Müll blieb in vielen Gemeinden stehen

+

UELZEN/HANNOVER - Wer im Gebiet der ehemaligen Samtgemeinde Bodenteich am Dienstag seine Restmülltonne hinausstellte, wurde enttäuscht: Geleert wurde sie nicht. Auch in anderen Gemeinden und Ortsteilen wie Oldenstadt, Holdenstedt und in Teilen Suderburgs fand wegen des angekündigten Warnstreiks der Angestellten im öffentlichen Dienst keine Abholung statt.

Die Hälfte aller Müllwerker des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises Uelzen (awb), so informierte Kreissprecher Martin Theine auf AZ-Nachfrage, war am Dienstag in den Ausstand gegangen, sodass fünf von acht Abholtouren nicht erfolgten.

Die Zulassungsstelle sei indes besetzt gewesen, so der Kreissprecher. Größere Störungen bei der Arbeit seien nicht festzustellen gewesen.

Zu einer ähnlichen Einschätzung kam auch Stadtsprecherin Ute Krüger für die Stadtverwaltung Uelzen. Die Auswirkungen des Streiks seien im Rathaus „nicht so sehr spürbar“ gewesen. Der Betrieb in der Stadt- und Tou-ristinfo sowie in der Bücherei konnte gewährleistet werden. „Auch das Bürger- und Standesamt konnte in kleiner Besetzung öffnen“, so die Stadtsprecherin.

Wie sie informierte, streikten rund 60 Mitarbeiter der rund 340 Stadtangestellten. Für die Kreisverwaltung hatte der Personalrat Dietmar Schröder zwischen 60 und 70 Streikende von 450 Angestellten angekündigt.

Die Angestellten fuhren  zu einer Kundgebung in die Landeshauptstadt Hannover. Dort kämpften sie mit rund 20 000 Angestellten des öffentlichen Dienstes für einen höheren Lohn. Gefordert werden ein Sockelbetrag von 100 Euro sowie eine Gehaltserhöhung von 3,5 Prozent. Der Bundesvorsitzende von Verdi, Frank Bsirske, verteidigte gestern in Hannover Forderungen und Linie der Gewerkschaft. „20 000, das ist ein starkes Signal und eine klare Botschaft an die Arbeitgeber“, sagte Bsirske.

Und wie Verdi am Dienstag auch mitteilte, werden die Streiks noch ausgeweitet: Flugpassagiere müssen morgen mit massiven Einschränkungen rechnen. Verdi will dann die großen Flughäfen bestreiken. Die Gewerkschaft hat die Tarifbeschäftigten der einstmals öffentlichen Flughafenbetreiber in Frankfurt, München, Köln-Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und Stuttgart aufgerufen, die Arbeit bis zu elf Stunden ruhen zu lassen.

Bei den Flughafenbetreibern arbeiten noch viele Beschäftigte auf Grundlage der Verträge für den öffentlichen Dienst. Die Fluggesellschaft Lufthansa als größter Kunde des Flughafens Frankfurt arbeitet nach eigenen Angaben intensiv an einem Ersatzflugplan. - nre/dpa

Kommentare