Der Uelzener Dieter Morawietz läuft wieder: Diesmal für Behinderte und für Organspenden

Wandern für die Hilflosen

Dieter Morawietz geht wieder für den guten Zweck auf Tour: Er will das Thema Organspende durch die Lande tragen. Foto: Privat

Uelzen. Er wandert wieder: Dieter Morawietz aus Uelzen hat im nächsten Frühjahr hunderte Kilometer für den guten Zweck vor sich.

Nach einer Wanderung für die Jose-Carreras-Leukämie-Stiftung, einer Tour gegen Armut, einem Weg gegen die Arbeitslosigkeit und einer Reise zum Thema Depression hat der begeisterte Pilgerer sich nun zwei neue Strecken vorgenommen.

Ende März beginnt er eine Pilgerwanderung für Behinderte und für ein Leben mit Behinderung auf dem Ahorn-Natur-Wanderweg über Bad Iburg, Bad Rothenfelde und Bad Laer. Auf den einzelnen Etappen kommt Morawietz mit Menschen über das Thema ins Gespräch. Er organisiert wie bei seinen früheren Wanderungen Treffen mit Betroffenen, Angehörigen, Sozialarbeitern und Politikern.

Und Morawietz selbst weiß, wovon er auf der Wanderung spricht, denn er hat einen geistig behinderten Sohn. „Nur wer es durchlebt, kann anderen sagen, wie es geht“, lautet das Motto des Wanderers. Und deshalb möchte er mit anderen behinderten und nicht behinderten Menschen Gedanken austauschen, diskutieren und ihnen zuhören.

Er wandert, weil er in der Natur „Ruhe und Geborgenheit“ findet, und weil er als so genannter Lebensberater Menschen immer wieder Hilfe zur Selbsthilfe anbietet. Ein zweites Ziel strebt er im Mai an. Vom 5. bis 13. Mai unternimmt er mit einem Freund, dessen Sohn ohne Nieren geboren wurde, eine Pilger-Radwanderung und nimmt ein Thema in den Fokus, das ihm ebenfalls am Herzen liegt: „Organspende kann Leben retten“, sagt Morawietz. „Mit dieser Wanderung möchten wir den Menschen zeigen, dass dieses Thema für unser aller Leben wichtig ist.“

Auch für diese Tour werden schon im Voraus Gesprächspartner organisiert. Unterstützung erhalten sie von Prof. Lars Pape von der Medizinischen Hochschule Hannover, dem Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation, und auch Frank-Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, habe ihnen Unterstützung zugesagt.

„Wir wollen einen Anstoß geben, denkt mal darüber nach“, sagt Morawietz. Die Menschen sollten sich damit auseinander setzen, will er auf den Stationen von Hannover nach Hamburg, dann Amt Neuhaus, Havelberg, Rathenau, Brandenburg und Berlin deutlich machen.

„Rund 4000 Menschen konnte im vergangenen Jahr mit einer Transplantation geholfen werden, aber dreimal so viele Patienten warten immer noch auf eine lebensrettende Organspende“, weiß Morawietz. „Trotzdem haben nur 25 Prozent der Befragten einen Organspendeausweis. Warum ist das so?“, möchte er wissen und macht sich deshalb nächstes Jahr auf den Weg.

Wer ihn auf seinen Touren unterstützen möchte, mit Ideen, Kontakten oder einem Leih-Fahrrad, erreicht ihn unter Telefon (05 81) 9 71 24 92.

Von Diane Baatani

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