Waldkalkung im Landkreis Uelzen abgeschlossen / 2300 Hektar wurden überflogen

Eine halbe Million Euro rieselte herab

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Mit Hilfe von Streukörben, die an Helikoptern hingen, wurde – wie hier im Südwesten des Landkreises Uelzen – Kalk auf insgesamt 2300 Hektar Waldflächen ausgebracht.

nre Uelzen/Landkreis. 2300 Hektar Privatwaldflächen im Landkreis Uelzen sowie im angrenzenden Kreis Lüneburg wurden in den vergangenen Wochen mit mehreren Hubschraubern überflogen, wobei mit Hilfe von Streukörben Kalk über den Baumwipfeln ausgebracht wurde.

Drei Tonnen Naturkalk rieselten dabei pro Hektar herab. Die Maßnahme, bei der unter anderem auch Gebiete bei Veerßen, Holdenstedt, Bohlsen, Klein Süstedt, Holxen, Hamerstorf, Barnsen und Melzingen überflogen wurden, ist nun beendet, informiert die Waldmärkerschaft.

Die Kosten belaufen sich auf 555 600 Euro, die zunächst von den Waldmärkern für die Waldbesitzer vorfinanziert werden, wie Welf Einhorn von den Waldmärkern erklärt. Die Kalkung werde zwar zum Großteil mit öffentlichen Mitteln gefördert, allerdings würden die Gelder erst nach Abschluss der Maßnahme fließen. Daher könnten die Abrechnungen für die Mitglieder der Waldmärkerschaft auch erst im Nachgang erstellt werden.

Bei der Kalkung stünde nicht, wie etwa in der Landwirtschaft, die Ertragssteigerung im Vordergrund, erläuterte Einhorn. Ziel sei es, die negativen Wirkungen von Luftschadstoffen, wie Schwefeldioxiden und Stickoxiden, zu kompensieren. Deshalb werde diese Maßnahme in Fachkreisen auch Kompensations- oder Bodenschutzkalkung genannt. „Die massiven Einträge von Luftschadstoffen in den 1980er Jahren führen zu einer Störung der natürlichen, chemischen Abläufe im Boden – bis heute. Die Schadstoffeinträge sind zwar deutlich zurückgegangen, die Folgen für den Waldboden sind jedoch noch deutlich messbar“, so Einhorn. Die Folge: Der Boden versauere mehr und mehr. Das wiederum führe zu weniger vitalen und gesunden Wäldern. Der Naturkalk könne die gestörte Nährstoffbilanz zwar nicht wieder herstellen, jedoch werde der Versauerungsprozess deutlich verlangsamt.

Die fachliche Betreuung und Planung übernahm das Forstamt Uelzen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

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