Aktuelle Untersuchung der IHK: Konjunkturklima in der Region trübt sich ein

Wachstums-Motor stottert

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Auf mittlerem Niveau: Im Baugewerbe der Region Lüneburg-Wolfsburg sind die Auftragseingänge spürbar gesunken, doch die Beschäftigung reicht bei vielen Betrieben noch bis 2012.

bs Uelzen/Landkreis. Das Konjunkturklima in der Region Lüneburg-Wolfsburg hat das Rekordniveau des Sommers verlassen: Der Konjunkturklima-Indikator über alle Branchen, den die Industrie- und Handelskammer (IHK) bei 300 Unternehmen in Nordost-Niedersachsen ermittelte, verlor zehn Punkte.

Michael Zeinert

Trotzdem hält sich der Stimmungswert für das dritte Quartal mit 121 von 200 möglichen Punkten weiter deutlich über dem Fünf-Jahres-Mittel von 107. Die leichte Abkühlung des Konjunkturklimas sei den Unsicherheiten auf vielen Auslandsmärkten geschuldet, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert. Da die Nachfrage aus dem Inland aber auf hohem Niveau geblieben sei, blickten die allermeisten Unternehmen zuversichtlich in die nächsten Quartale. „Das Wachstum der regionalen Wirtschaft ist also nicht beendet, sondern lediglich gebremst. Dafür spricht vor allem die sehr robuste Stimmungslage im Großhandel“, sagt Zeinert

• Gesamtbilanz: Über alle Branchen beurteilen 45 Prozent der Unternehmen ihre derzeitige Geschäftslage als gut, etwa gleich viele als zufriedenstellend. Die Unternehmen vertrauen aber auch der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung. Das spiegelt sich in ihren Investitionsplanungen wider: 29 Prozent der Unternehmen wollen mehr Geld für neue Anlagen, Maschinen und Betriebsmittel ausgeben. Auch die Personalstärke soll überwiegend gleich bleiben oder wachsen – nur zwölf Prozent wollen Personal reduzieren.

• Industrie: Der wichtigste Pfeiler der Konjunktur, die Industrie, kann das hohe Niveau der Vorquartale nicht ganz halten. Ihr Indexwert fällt von 126 auf 115 Punkte. Nachdem die Branche Anfang des Jahres noch ein kräftiges Auftragsplus verzeichnete, sind die Auftragseingänge aus dem Ausland erstmals wieder rückgängig: 41 Prozent der Industriebetriebe haben im dritten Quartal weniger Aufträge aus dem Ausland erhalten.

• Baugewerbe: Mit einem Indexwert von 99 liegt das Baugewerbe in der Region auf einem für die Branche zufriedenstellenden Niveau. Im Vergleich zum Sommer ist die Zahl der Auftragseingänge zwar spürbar gesunken, die Bücher bleiben aber gut gefüllt. Vor allem reicht die Beschäftigung bei vielen Betrieben bis in das kommende Jahr hinein.

• Einzelhandel: Der Konjunkturklima-Index des Einzelhandels steigt nach Verlusten im Frühjahr und Sommer erstmals wieder und erreicht 118 Punkte. Jeder dritte Einzelhändler ist derzeit zufrieden mit seiner wirtschaftlichen Lage.

• Großhandel: Stabil auf hohem Niveau zeigt sich der Großhandel, dessen Indexwert bei 131 Punkten liegt. Die Hälfte der Firmen meldet sowohl im Binnengroßhandel als auch im Im- und Export eine gute Geschäftslage und stabile Umsätze.

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