Marktcenter-Anbindung: Geschäftsleute zwischen Zweifeln und Gelassenheit

Wachsamkeit ist Trumpf

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Die Greyerbrücke samt Kreisverkehren am Veerßer Tor wächst, während das Marktcenter noch auf sich warten lässt – der Anbindung von letzterem an die Innenstadt sehen Uelzens Geschäftsleute mit gemischten Gefühlen entgegen.

Uelzen. Die Anbindung des geplanten Marktcenters am Veerßer Tor in Uelzen will man bei der Stadt, wie berichtet, „nicht übers Knie brechen“.

Im Herbst, so kündigte Baudezernent Karsten Scheele-Krogull jüngst an, werde man in konkrete Planungen einsteigen; es könne aber auch sein, dass man zunächst einmal abwarte, wie die Kundenströme seien, um dann entsprechende Verbindungen zu schaffen. Die Geschäftsleute an der Veerßer Straße, dem „Anknüpfungspunkt“ einer möglichen Anbindung, löst diese Aussicht gemischte Gefühle aus.

„Für die Stadt ist das Marktcenter grundsätzlich schädlich“, sagt eine Geschäftsfrau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Das Marktcenter gehört nun mal nicht zur Innenstadt und deswegen wird eine Anbindung auch nie funktionieren. Egal, wie die auch aussieht.“ Von dem ins Auge gefassten „grünen Pfad“ entlang der Ilmenau in Richtung Amtsgericht halte sie schonmal gar nichts: „Da geht man entlang, wenn man spazieren geht, aber nicht, wenn man einkaufen will.“

Bei den Marktcenter-Kunden werde es sich ihrer Meinung nach um Zielverkehr handeln. „Da wird keiner parken, um von dort aus in die Stadt zu gehen“, hält sie Synergieeffekte zwischen dem Parkplatzangebot am Marktcenter und der Innenstadt für Augenwischerei. „Die Kunden wollen direkt vor der Tür parken“, weiß sie, deshalb gelte für sie: Wer ins Marktcenter will, parkt dort, und wer in die Stadt will, parkt da. Synergien werde es da kaum geben.

Natürlich müsse eine Entwicklung stattfinden, sagt die Unternehmerin, „aber in Uelzen brauchen wir eine Entwicklung, die auf eine Kleinstadt abgestimmt ist“. Man vergleiche sich viel zu oft mit Lüneburg oder gar Hamburg, dabei sei die Klientel vor Ort eine ganz andere. „Aber gegen die“, sagt sie, „arbeiten wir auch noch an.“

Positiver sieht das da ein Gastronom an der Veerßer Straße. „Wir würden uns freuen, wenn es eine gute Anbindung ans Marktcenter gäbe“. Wie die aussehen solle, wisse er zwar auch nicht, „aber dafür gibt es ja Stadtplaner“. Für ihn stehe fest: „Es muss vom Marktcenter aus sichtbar sein, dass da noch was ist. Und Blumenkübel allein reichen da nicht.“ Grundsätzlich findet er aber: „Das Marktcenter ist schon etwas für Uelzen.“ Die Magnetwirkung könne man für die Innenstadt nutzen – wenn man es geschickt anstelle.

„Ich warte das einfach mal ab“, sagt derweil Floristin Bärbel Blum im Hinblick auf eine Anbindung, „man hat ja sowieso keinen Einfluss darauf.“ Kritisch verfolge sie das Geschehen derzeit jedenfalls nicht. „Man kann sich ja nicht dagegen wehren“, sagt sie – um hinzuzufügen: „Warum auch? Jeder Geschäftsmann muss sein Programm attraktiv halten und eventuell umstellen. Da muss man wachsam bleiben.“

Von Ines Bräutigam

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