Ein Vorbild für die anderen Marktstraßen?

Die Grünen fordern, auf der Veerßer Straße Fahrzeugverkehr in beiden Richtungen zuzulassen, wobei alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sein sollen. Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen - Von Marc Rath. Nach der CDU hat jetzt auch die Grünen-Ratsfraktion mit Vertretern des Initiativkreises Veerßer Straße Wünsche und Forderungen zur Umgestaltung der Veerßer Straße beraten. Die Grünen geben dabei der Anlieger-Forderung nach einer Regelung mit Fahrzeugverkehr in beiden Richtungen bei Gleichberechtigung sämtlicher Verkehrsteilnehmer den Vorzug gegenüber der von der SPD-Ratsfraktion alternativ in die Diskussion gebrachte Einbahnstraßen-Regelung.

„Die Durchfahrtsgeschwindigkeit in Einbahnstraßen läge meist deutlich höher, wodurch sich die Situation von Fußgängern, insbesondere Kindern und Senioren, selbst im Vergleich zur ursprünglichen Situation nachhaltig verschlechtern würde“, erklärt Grünen-Fraktionschefin Ariane Schmäschke.

Für die Grünen ist unerlässlich, dass über eine reine Regelung der Verkehrsführung hinaus gestalterische Maßnahmen umgesetzt werden. Schmäschke: „Die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereichs nur durch das Aufstellen zweier neuer Verkehrsschilder und ohne weitere Veränderungen des gesamten Raumes lehnen wir ab.“ Die Forderung des Initiativkreises, sämtliche Poller zu entfernen und Bereiche je nach Nutzungszweck etwa durch Pflanzkübel abzugrenzen, findet dabei ebenso die Zustimmung der Grünen wie die Möglichkeit, dauerhafte Bereiche für Außengastronomie zu schaffen.

Nach Auffassung der Fraktion sollen ergänzend zusätzliche Fahrradstellplätze geschaffen werden sowie eine Bushaltestelle in die Marktstraßen zurück verlegt werden, um nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmern gleiche Chancen und kurze Wege zu bieten. Ebenso müssten vorhandene Bordsteine entfernt werden, um Barrierefreiheit zu schaffen, fordern die Grünen.

In dem fast dreistündigen Gespräch habe weitestgehende Übereinstimmung geherrscht, so Schmäschke: „Lediglich die Forderung nach 30 Pkw-Stellplätzen werden wir nicht unterstützen, aber in diesem Punkt hat uns die Initiative weitere Verhandlungsbereitschaft signalisiert.“

Das Wichtigste sei die umfassende Beteiligung aller Akteure. Deshalb sollen Politik und Verwaltung nun gemeinsam mit externen Sachverständigen, dem Initiativkreis, Händlern und Grundeigentümern zügig ein tragfähiges Konzept erarbeiten und in regelmäßigen Arbeitstreffen vorhandene Ideen weiter entwickeln, fordern die Grünen. Alle erforderlichen Schritte sollen Zug um Zug umgesetzt, die Gesamt-Planungsphase binnen sechs Monaten abgeschlossen sein. Ob der Bereich dann „verkehrsberuhigte Zone“, „Gemeinschaftsstraße“ oder „Shared Space“ genannt wird, ist für Schmäschke dabei nachrangig: „Diese Verkehrsformen haben mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.“ Für die ansprechende optische Gestaltung des Bereichs hält sie es von Vorteil, sämtliche Verkehrsschilder (Shared Space) zu entfernen. Welchem Vorbild die Zone letztlich ähnlicher sein wird, werde sich ergeben.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende ist zuversichtlich, dass gemeinsam mit den Initiativkreis-Vertretern eine Lösung geschaffen werden kann, die die Belange aller weitestgehend berücksichtigt. Sie verbindet das mit dem Wunsch, „dass hier ein Vorbild für die übrigen Marktstraßen entsteht“.

Kommentare