EHEC: Vorbereitet für den Fall der Fälle

Chefarzt Friedrich Lübbecke am Eingang zur Isolierstation: Falls erforderlich, kann das Uelzener Klinikum nach einem speziellen Notfallplan ein isoliertes „Krankenhaus im Krankenhaus“ schaffen. Foto: Huchthausen

Uelzen. „Diese Häufung an Fällen ist rätselhaft und schwer zu erklären.“ Professor Dr. Friedrich Lübbecke, Chefarzt der Gastroenterologie und Nephrologie, verfolgt in diesen Tagen aufmerksam die Meldungen über die Verbreitung des gefährlichen Darmkeims EHEC.

Zwei Patienten mit den typischen Symptomen liegen derzeit im Uelzener Krankenhaus, „ein Fall ist mittlerweile bestätigt, der andere derzeit noch ein Verdachtsfall“, erklärt Lübbecke. Wie bedrohlich die Situation für die Patienten ist, darüber kann der Chefarzt noch keine Aussage machen.

Die Zahl der schweren Verläufe in einem kurzen Zeitraum sei sehr ungewöhnlich, auch die betroffenen Altersgruppen seien untypisch, heißt es auch beim Robert-Koch-Institut in Berlin. Aktuell sind vor allem Erwachsene, überwiegend Frauen, betroffen. In den vergangenen Jahren gab es nur 60 bis 70 HUS-Fälle pro Jahr und zumeist waren Kinder erkrankt – jetzt stieg allein in Niedersachsen innerhalb eines Tages die Zahl der Erkrankten von 80 auf 140.

Die Behandlungsmöglichkeiten für an EHEC-Erkrankte sind beschränkt. „Flüssigkeitssubstitution und notfalls eine Dialyse“, schildert der Professor, der umfangreiche Erfahrungen aus seiner früheren Tätigkeit an Universitäten sowie vereinzelt auch aus seiner Uelzener Zeit hat.

Dass es in Uelzen in den nächsten Tagen eine Häufung an EHEC-Erkrankten gebe, sei eher unwahrscheinlich, aber möglich, so Lübbecke. Für so einen Fall sei man aber vorbereitet, betont der Ärztliche Direktor Dr. Dietmar Wietholt: „Bei uns gibt es einen Pandemieplan, der umfangreiche Vorbereitungen auf jede Art von Infektionswellen beinhaltet.“

Im Grenzfall könne das Uelzener Klinikum ein „isoliertes Krankenhaus im Krankenhaus“ schaffen.

Von Thomas Mitzlaff

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