Die Vision vom Miteinander

Zeichnung der künftigen Lüneburger Straße aus der Vogelperspektive: Hindernisse zwingen zum Langsamfahren.

Uelzen. Die Bürgerversammlung im Rathaus neigte sich am Donnerstagabend schon dem Ende zu, da fühlten sich Bürgermeister und Stadtplaner doch noch einmal bei der Ehre gepackt. Welche Vision denn dieser Stadtrat und diese Verwaltung für die Zukunft der Uelzener Innenstadt hätten, wollte eine Zuhörerin wissen.

Das sei ihr nicht klar geworden bei der Vorstellung der Pläne für die Umgestaltung der Marktstraßen. „Dieses Konzept ist ein ganz großer Schritt nach vorne, weil sich auch die Aufenthaltsqualität für Fußgänger erhöht hat“, betonte Baudezernent Karsten Scheele-Krogull.

Viel Platz zum Schlendern und Verweilen, dazu viel Grün: So stellen sich die Planer die zukünftige Lüneburger Straße vor.

„Die Vision ist, dass man keine Fußgängerzone baut, sondern eine Geschäftsstraße, wo Autoverkehr, aber auch Fußgänger viel Platz miteinander haben“, ergänzte Georg Heinemann vom Bremer Planungsbüro, das das Konzept erstellt hat. Bürgermeister Otto Lukat machte derweil kein Hehl daraus, dass er sich das Projekt „Fußgängerzone Veerßer Straße“ durchaus als Erfolgsmodell hätte vorstellen können, wenn vor Ort mitgezogen worden wäre. Doch der jetzige Kompromiss sei eine große Chance, weil man die Akzeptanz aller Interessengruppen habe, berichtete er. Der Arbeitsgruppe, die das Konzept mit großer Mehrheit abgesegnet hat, gehören neben der Stadtverwaltung und Ratsvertretern auch Mitglieder des Handelsvereins, des City-Managements, des Sozialverbandes, der Haus- und Grundbesitzer-Vereinigung, des Seniorenbeirates, der Kreislandfrauen und des Einzelhandels an. Dass durch das Konzept „Tempo 10 und Hindernisse auf der Straße“ die Aufenthaltsqualität deutlich verbessert werde, habe sich schon in den ersten Monaten seit Umbau der Veerßer Straße gezeigt, erklärte Scheele-Krogull: „Gerade ältere Passanten fühlen sich jetzt sicherer beim Überqueren der Straße.“

Dazu habe sich der Durchgangsverkehr mehr als halbiert: Statt 8000 Fahrzeuge täglich würden jetzt rund 4000 gezählt. „Auch in den anderen beiden Marktstraßen werden wir nach dem Umbau unter 5000 Fahrzeuge kommen“, prognostizierte der Baudezernent. Dort würde dann nur noch der so genannte Ziel- und Quellverkehr fahren und der Rest über den Stadtring abgewickelt. Langfristig verfolge man die Version, dass die Stadt nicht nur erlebenswert, sondern lebenswert werde, ergänzte der SPD-Fraktionsvorsitzende Ralf Munstermann: „Schon die Reduzierung des Verkehrs wird eine Steigerung der Lebensqualität nach sich ziehen, dazu kommen die geringeren Geschwindigkeiten – ein Anfang ist gemacht.“

Von Thomas Mitzlaff

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