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EU im Visier: Brütts Bericht aus Brüssel

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Wiebke Brütt

mdk Uelzen/Brüssel. Wie sieht eigentlich die Arbeit eines Europa-Abgeordneten aus? Darüber berichtet AZ-Redakteurin Wiebke Brütt in den kommenden drei Tagen vor Ort aus Brüssel. Sie begleitet Uelzens Europa-Abgeordneten Bernd Lange bei seiner Arbeit.

Ihre Eindrücke schildert Wiebke Brütt in Echtzeit online auf der AZ-Internetseite.

Dienstag

08.45 Uhr: Nach dem Frühstück ist nun Packen angesagt. Gleich müssen wir auschecken. Während das Parlament weiter über Griechenland diskutiert, machen wir uns auf zum letzten politischen Stadtrundgang.

11.00 Uhr: Stadtführung - aber ich verstehe kaum ein Wort. Zu laut dröhnen die Autos, zu laut ist das Getöse der Straßenbau-Arbeiter. Das ruhige Brüssel vom Vorabend ist erwacht.

11.46 Uhr:  Jetzt geht's hinunter in ein ehemaliges Flussbett, das mitlerweile gepflastert ist. Achtung! Ab und zu fehlt ein Pflasterstein. Bodenwellen bringen mich ins Stolpern.

11.59 Uhr: Im Regierungsviertel wird mir klar: Brüssel hat nicht nur schöne Plätze.

12.14 Uhr: Ist das ein Vogel oder ein ausgefallener Handy-Klingelton?

14.02 Uhr: Brüsseler Schokolade im Test: Karamel ist am besten.

14.21 Uhr: Es geht los Richtung Heimat. Bye, bye Brüssel!

15.06 Uhr: Eine halbe Stunde sind wir unterwegs und stehen wieder mitten in der Pampa. Licht ist aus, keine Durchsage.

15.21 Uhr: Da kommt der Schaffner. "Wann geht's weiter", will ich wissen. "Keine Ahnung!", kommt als Antwort. Der Strom im Zug ist ausgefallen.

15.30 Uhr: Weiter geht's! Eine halbe Stunde auf der grünen Wiese zugebracht.

16.18 Uhr: Also, so richtig eingestellt sind die Klimaanlagen nicht in dem Zug. Dank Tuch und Winterjacke hört das Zittern auf.

16.35 Uhr: Mit 150 Stundenkilometern geht es Richung Köln. Ob wir da den Anschlusszug bekommen?

17.07 Uhr: Der Notfall-Plan stand schon und dann: Auch unser IC nach Hannover hat Verspätung. Also sitzen wir nun warm und trocken in der geplanten Bahn.

18.43 Uhr: Wieder wach. ;)

18.45 Uhr: Ich bin seit etwa viereinhalb Stunden unterwegs und nicht nur echt müde... Gespräche sind jetzt eher nicht angesagt. Ich begnüge mich gerade mit Musik aus meinen Kopfhörern. Ich lasse die vergangenen Tage revue passieren und merke, ich habe riesengroßen Hunger.

19.10 Uhr: Bahnfahren als Entschuldigung - wann hatte ich das letzte mal so wenig zu tun? Ich sitze und lese (schöne Dinge und freiwillig)

19.15 Uhr: Jetzt haben sich zwei Bekannte getroffen. Sie unterhalten sich angeregt.

19.35 Uhr: Mit einer neuen Lok geht es von Gütersloh nach Hannover.

21.42 Uhr: Endlich! Nach Verspätung und Wartezeit geht's nun endlich los aus Hannover Richtung Uelzen. Übrigens: Im Bahnhof der Landeshauptstadt hängen schon die Lichterketten.

23.19 Uhr: Zurück in Uelzen. Nach Gesprächen mit Vertretern der niedersächsiscen Landesregierung und anderen Interessenvertretern, Spaziergängen in Brüssel sowie zahlreichen Gesprächen mit EU-Abgeordneten, bin ich wieder daheim.

Montag

09.16 Uhr: Guten Morgen Brüssel! Nach Milchcafé und Dosenfrüchten geht's nun ins Parlament.

09.31 Uhr: Die Innenstadt ist mit vielen bunten Wimpeln verziert. Wir fühlen uns willkommen.

13.03 Uhr: Wie konnte Griechenland jahrelang Geld aus der EU bekommen, obwohl es finanziell nicht läuft? Und warum hat die EU-Komission das zugelassen? Fragen, die wir direkt im "Zentrum der Macht" diskutieren - mit Übersetzungs-Kabinen im Hintergrund.

13.06 Uhr: Mit einem gut sichtbaren Aufkleber an der Jackentasche wird uns Einlass gefwährt ins Parlament. Wir passieren Gänge und Türen. Hinein kamen wir aber erst nach einer strengen Sicherheitskontrolle - ähnlich der am Flughafen.

14.49 Uhr: Leichter Nieselregen. Jetzt geht's zum Besucherdienst des Parlaments.

14.51 Uhr: Es ist kalt - richtiges Mützenwetter.

14.56 Uhr: Kurzer Hinweis: Zebrastreifen interessieren hier scheinbar niemanden.

17.27 Uhr: Beim Spazierengehen: Ein Schuster bietet seine Dienste an. Nebenan tauscht man die schicken Büro-Schuhe gegen ein Jogging-Outfit.

18.43 Uhr: Überall riecht es nach süßen Waffeln und frisch angerührter Schokolade - ein Paradies für Leckermäuler. Das Schmökern macht Lust auf mehr - vor allem, wenn einem die nette Dame hinterm Tresen eine handgemachte Praline anbietet. Da ist es dann sicher auch um jeden Skeptiker geschehen.

18.59 Uhr: Auffällig an Brüssel im Verlgeich zu Berlin, Madrid London und anderen Hauptstädten Europas: Hier schlendert man. Während andere Hauptstädter durch die Straßen hetzen, naja... scheinen hier auch die Einheimischen nicht an der Schokolade vorbeizukommen. :)

22.01 Uhr: Vorsicht bei belgischen Speisekarten: Wer nicht auf aufgepasst hat, bekam Kalbskopf auf den Salatteller. 

Sonntag

10.28 Uhr: Warten am Uelzener Bahnhof. Es geht gleich Richtung Hannover, wo andere Journalisten zusteigen. Mal sehen, ob ich die alle finde, bei den vielen Fußball-Fans. Hannover spielt heute.

11.37 Uhr. Bin in der Landeshauptstadt angekommen. In Empfang genommen werde ich aber nicht von einem Politiker, sondern von Fan-Gesängen. Schalke-Fans wohin das Auge reicht. ;)

12.40 Uhr: Bye, bye Hannover - wir sind den Fußballern entflogen und düsen nun in den Süden. Per ICE geht's nacht Köln.

13.36 Uhr: Der Himmel reist auf, Sonne über Bielefeld. Im Zug Richtug Köln beschnuppert man sich - 17 Journalisten beim Small-Talk. Und man teilt: die Zeitung natürlich. Ich hoffe nach dem "Sport" nun wenigstens auf "Vermischtes". ;)

15.28 Uhr: Bin jetzt in Köln - der Stadt der Liebe. So scheint es zumindest, als wir den Rhein überqueren. So viele Schlösser an der Rhein-Brücke. Das ist echt was für Verliebte.

18.30 Uhr: Nach einem kleinen Nickerchen im ICE: Bin nun ausgeruht in Brüssel angekommen. Und trotz Dunkelheit bleibt festzustellen: so eine schöne Stadt! Zumindest, was ich bisher gesehen habe. Mal sehen, ob sich der erste Eindruck morgen bestätigt - bei Tageslicht.

18.34 Uhr: Eine neue Erkenntnis: Die Fahrkarte für die Metro muss man nur beim Hineingehen in den Schlitz für den Drehkreis steckeh - heraus kommt man auch ohne. Die deutschen Toursiten haben gerade etwas den Betrieb aufgehalten. :)

23.42 Uhr: Etwas Süßes am Abend: Der Abschluss eines typisch belgischen Menüs - Waffeln mit Sahne. Lecker! In diesem Sinne: Gute Nacht, Brüssel. Schlaf gut, Uelzen!

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