AZ-Online testet Ubuntu – ein kostenloses Betriebssystem für Einsteiger

„Virenscanner mangels Viren überflüssig“

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Eine kostenlose und sehr sichere Alternative zu Windows: Ubuntu.

Uelzen. Windows-Nutzer der Versionen 7 bis 8. 1 müssen sich entscheiden: Noch bis morgigen Freitag dürfen die meisten von ihnen kostenlos zu Windows 10 wechseln. Danach werden sie für einen Umstieg auf Microsofts neuestes Betriebssystem zur Kasse gebeten (AZ berichtete).

Schon jetzt ist aber klar – egal welche Windows-Version auch auf dem heimischen Rechner läuft, sie ist anfällig für Computer-Viren. Einen größeren Schutz bieten Computer mit einem Linux-Betriebssystem. Was früher alles andere als einstiegsfreundlich war, ist heute eine echte Alternative zu Windows-PCs. Die Rede ist von der kostenlosen Linux-Variante Ubuntu.

Ubuntu auf dem PC installieren – so geht’s

Ubuntu ist ein kostenloses und einfach zu bedienenes Betriebssystem. Gratis heruntergeladen werden kann es auf ubuntu.com – oder auf anderen vertrauenswürdigen Seiten im Netz, etwa chip.de.

Ubuntu basiert auf Linux. Linux ist ein Computer-Betriebssystem, das 1991 von dem finnischen Studenten Linus Torvalds ins Leben gerufen wurde. Linux-Systeme gelten seit jeher als stabil und sehr sicher. Heute existieren verschiedenste Linux-Versionen, sogenannte Distributionen. Über die Jahre entwickelten sich aus dem Ur-Linux verschiedene Distributionen: Findige Nutzer passten die ursprüngliche Variante ihren Bedürfnissen an.

Ubuntu ist sehr anwenderfreundlich und ideal für Einsteiger. Mit Ubuntu kann jeder alle essentiellen Computerarbeiten verrichten, die er sonst mit einem Windows-PC vorgenommen hätte.

Warum ist Ubuntu so sicher? Sicherheitslücken in Software werden umso häufiger ausgenutzt, je populärer ein System oder Programm ist. Windows ist unbestritten Marktführer, was Heimcomputer angeht. Die Linux-Variante Ubuntu gewinnt immer mehr an Popularität, ist im Vergleich zu Microsofts Windows aber nur auf relativ wenigen Computern installiert.

Das macht Linux-basierte Systeme wie Ubuntu für Autoren von Computerviren eher unattraktiv. Die Linux-Gemeinde schwört auf die Sicherheit ihrer Systeme, in einem offiziellen „Ubuntu“-Forum seht: „Zur Zeit ist unter Linux ein Virenscanner mangels Viren überflüssig.“

Ubuntu beinhaltet einen Internet-Browser, Open-Office für Text-, Zahlen- und Datenverarbeitung, Software zum Abspielen von Musik- und Videodateien und vieles, vieles mehr. Kostenlose und hilfreiche Anwendungen aus „Ubuntu Software“, einem App-Store, können zusätzlich heruntergeladen werden. Alles wie gesagt sehr benutzerfreundlich: Wer ein wenig mit Windows umgehen kann, der kann das auch mit Ubuntu.

Für die Installation von Ubuntu muss einfach die sogenannte Image-Datei von Ubuntu heruntergeladen und dann auf eine DVD gebrannt werden. Bei vielen PCs funktioniert die Installation auch über einen USB-Stick. (Ein Link mit Hilfen zur Installation findet sich in der Online-Variante dieses Artikel auf az-online.de).

Ubuntu kann auf Wunsch auch direkt von DVD gestartet werden, ohne dass es gleich installiert wird. Das bietet sich an, will man sich erst einmal einen Eindruck verschaffen.

Einmal installiert, läuft Ubuntu – und die Anwendungen darunter – nicht selten merklich schneller als ein Windows-System.

Fazit: Das Betriebssystem Ubuntu ist kostenlos, schnell und vor allem sehr sicher. Bei all’ der Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit gibt es jedoch auch einen Haken: Für Windows programmierte Software läuft sehr häufig nicht auf Linux-Systemen, beziehungsweise nur über Umwege. Das ist dann meist versierteren Nutzern vorbehalten. Das gleiche gilt auch für Windows-Spiele.

Von Michael Koch

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