Vier Ämter sollen’s werden

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Das Bad Bevenser Ämterzentrum wird die drei weiteren Ämter beherbergen: Hauptamt, Bauamt und Ordnungsamt.

Bad Bevensen/Ebstorf - Von Ines Bräutigam. Mit der feierlichen Vertragsunterzeichnung im Brauhaus des Klosters Medingen am 9. September 2010 war das erste Etappenziel in Sachen Fusion der Samtgemeinden Altes Amt Ebstorf und Bevensen erreicht. Danach wurde es erst einmal still. Zumindest nach außen hin. Denn hinter den Kulissen laufen seit diesem Tag die Arbeiten für das Zusammenwachsen der beiden Kommunen mit unvermindertem Tempo weiter. Schließlich soll im November die Fusion vollzogen werden.

„Wir nehmen für uns in Anspruch, das weitere Vorgehen jetzt zu planen“, sagt Bevensens Erster Samtgemeinderat Hans-Jürgen Kammer. Er und Ebstorfs Samtgemeindebürgermeister Torsten Wendt haben nicht nur maßgeblich den Weg bis zur Vetragsunterzeichnung vorbereitet und gestaltet, sondern wollen und müssen jetzt auch weitermachen.

Beide kandidieren zwar, wie berichtet, für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters der neuen großen Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf. Doch nicht deswegen, sondern als Verantwortliche in ihren jetzigen Positionen sehen sie sich in der Pflicht. „Alles andere wäre ja Stillstand in der Verwaltung, und den darf es nicht geben“, sagen sie unisono.

Ohne dass es nach außen viel Aufsehen erregen würde, wird derzeit an der künftigen Organisationsstruktur der neuen Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf gefeilt. „Wir stehen da sehr eng beieinander“, sagt Hans-Jürgen Kammer, „damit sich niemand über den Tisch gezogen fühlt.“ Denn gerade diese Phase fordere viel Sensibilität und Gespräche auf Augenhöhe – geht es doch letztendlich darum, aus zwei Verwaltungen eine zu machen.

In der Diskussion ist derzeit ein viergliedriges Verwaltungsmodell, wie es das in der Samtgemeinde Bevensen bereits jetzt gibt: Hauptamt, Ordnungsamt, Bauamt und Finanzabteilung. In Ebstorf sind derzeit noch Haupt- und Ordnungsamt zusammengefasst.

Die Finanzverwaltung der neuen Samtgemeinde – mit Kämmerei, Steueramt und Samtgemeindekasse – soll komplett ins Ebstorfer Rathaus umziehen. Kammer und Wendt gehen davon aus, dass die räumlichen Kapazitäten des Ebstorfer Verwaltungssitzes genau passen werden. Durch die Einführung der Doppik nämlich habe die Kämmerei verstärkt werden müssen, erklärt Hans-Jürgen Kammer, so dass das Ebstorfer Rathaus räumlich ausgelastet werden dürfte. Auch ein qualifizierter Bürgerservice soll dort weiterhin vorgehalten werden.

In Bad Bevensen konzentriert sich derweil alles auf das Ämterzentrums als zukünftigen Verwaltungssitz, wo Hauptamt, Bauamt und Ordnungsamt untergebracht sein werden. Wie berichtet, hatte der Rat der Stadt Bad Bevensen jüngst dem Verkauf des denkmalgeschützten Rathauses zugestimmt, so dass dies in absehbarer Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Welcher Mitarbeiter wo im Ämterzentrum sitzen wird und welche Maßnahmen dafür erforderlich sind, mit diesen Planungen ist derzeit ein Architekt befasst.

Es ist eine Zeit, in der Torsten Wendt und Hans-Jürgen Kammer viel mit Personalräten reden, aber auch Einzelgespräche mit Mitarbeitern führen. Ihnen liegt daran, dass sich jeder in dem Prozess dieser Strukturreform mitgenommen fühlt. „Für die Mitarbeiter ist das psychologisch sehr wichtig“, sagen sie, „zumal eine solche Situation für den öffentlichen Dienst eher ungewöhnlich ist.“

Eine ganz wichtige Botschaft, so Wendt, sei immer, dass niemand seinen Arbeitsplatz verlieren, aber möglicherweise nicht wie bisher nach Bad Bevensen, sondern nach Ebstorf fahren muss – und umgekehrt. Personalrat und Mitarbeiter seien deshalb sehr früh eingebunden worden. Und während einerseits mit viel Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl gearbeitet werden muss, gibt es andererseits – auf den ersten Blick – so schnöde Fragen zu beantworten wie „Welche Vorwahl soll die Telefonzentrale haben?“ oder „Wie werden die unterschiedlichen Computersoftwares angeglichen?“ Der Fusionsapparat läuft also weiterhin auf Hochtouren.

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