„Mensch 2012“: Harald Meyer arbeitet als Nachtwächter und Vorlesepate

„Vielleicht kann ich helfen“

Harald Meyer schenkt sein Wissen großzügig der Allgemeinheit – zum Beispiel beim Vorlesen. Nicht nur dafür schätzen ihn die Menschen in seinem Umfeld besonders. Foto: Jansen

Uelzen. Große Leidenschaft für die gute Sache spornt Harald Meyer an. Die Art, wie er von seinen Ehrenämtern erzählt, spricht von Kompetenz und Verantwortung im Ehrenamt.

So berichtet er von den Kindern im Kindergarten oder in der Grundschule, die ihm Woche für Woche bei der Vorlesestunde zuhören. Und er beschreibt die Nachtwächter-Führung, die er vor Jahren aus der Taufe gehoben hat. Wegen dieses vielfältigen Engagements ist er einer von zehn Nominierten für die Aktion „Mensch 2012“ der Allgemeinen Zeitung und der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg in Zusammenarbeit mit dem Volkswagen Zentrum Uelzen. Bis zum 3. Februar können AZ-Leser über ihren „Mensch 2012“ abstimmen.

Die Gruppe um Erna Schütte, die Harald Meyer für die Auszeichnung vorgeschlagen hat, schätzt an ihm, dass er der Allgemeinheit großzügig sein Wissen und Können schenkt sowie andere bei ihrem Engagement unterstützt, ohne viel Aufhebens darum zu machen. Jahrzehnte lang leitet er Wandergruppen beim Turnverein Uelzen, ein intensiv gelebtes Hobby, das Meyer immer schon mit seiner Frau teilte, bevor er sich mit ihr gemeinsam als Reiseleiter selbstständig machte. Zuvor hatte er bei der Bundeswehr gearbeitet, mit 53 Jahren ging er in den Ruhestand.

14 Jahre erkundeten er und seine Fraue jeden Sommer ein neues Reiseziel rund um das Mittelmeer, auf europäischen Atlantikinseln, in Neuseeland, Australien und Südamerika – um wenige Monate später mit einer Urlaubergruppe geführte Touren zu unternehmen. Als sie damit aufhörten, trieb Harald Meyer der Gedanke an, dem DRK-Kindergarten in Veerßen als Vorlesepate etwas von dem Glück zurückzugeben, das dort seine drei Söhne selbst erfahren hatten. Bald merkte das Kollegium im Kindergarten und auch an der Veerßer Grundschule, „dass er nicht nur mit Herz bei der Sache ist, sondern auch Ahnung hat“, wie er erfuhr. Früher war er als Pädagoge bei der technischen Luftwaffe in der Ausbildung für Fahrlehrer eingesetzt, dort überlegte er sich ein Konzept, das die Sprachentwicklung benachteiligter Schüler effektiv fördert.

„Vielleicht kann ich helfen“, sei auch sein Gedanke gewesen, als er sich zum Stadtführer-Seminar anmeldete. Zunächst war er einfach neugierig auf diese Arbeit und – als der Dozent ausfiel – wurde er schon bald gebeten, das Stadt-Führungsseminar zu leiten. „Unter den frisch geborenen Stadtführerinnen herrschte ein Elan“, erinnert er sich begeistert. Schon beim ersten Ideenaustausch sei er von der Idee, die Geschichte der Stadt lebendig durch szenische Darstellungen zu erzählen, derart beflügelt gewesen, dass sie bis heute trägt.

„Ich bin nur ein Glied in der Kette“, erklärt er. Viele andere hingegen scheinen überzeugt, dass dieses Projekt ohne sein Know-how in der Reiseführung und sein Organisationstalent nicht so gewachsen wäre. Die regelmäßig ausgebuchten Nachtwächter-Führungen beweisen das.

Harald Meyer bewundert den Einsatz der inzwischen schon 25-köpfigen Gruppe von Menschen aus Stadt und Kreis Uelzen, die ihre Kreisstadt mit viel Hingabe präsentieren und inzwischen schon zum Aushängeschild für die Stadt Uelzen gelten. „Keine andere Stadt hat so viele tolle Menschen“, sagt er. Und er freut sich, mitten unter ihnen zu sein.

Von Angelika Jansen

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