Wie viele Ampeln braucht die Stadt?

Eine relativ lange Rotphase gibt es für den Verkehr, der vom Bahnhofsvorplatz kommt, und für Fußgänger, die die Straße überqueren wollen (ganz links) – unnötigerweise, meint die Polizei: Die Ampelanlage könne man abschalten.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Es war ein technischer Defekt, der die Polizei elektrisierte. Als in den Sommerferien die Ampel an der Hauptzufahrt zum Hundertwasser-Bahnhof für Wochen ausfiel, führte das nicht zu Problemen – im Gegenteil, so der Verkehrsexperte der Polizeiinspektion Lüneburg/Uelzen, Andreas Dobslaw: „Nach unserer Erfahrung lief das richtig gut.“ Er schlägt deshalb der Stadt vor, die Anlage probeweise abzuschalten. Die Verwaltung will dem nachkommen – das wäre dann bereits die vierte Ampel in der Innenstadt, bei der die Lichter ausgehen. Und einmal mehr rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie viele Lichtzeichenanlagen Uelzen überhaupt braucht.

Die Ampel an der Einmündung Hundertwasser-Bahnhof/Bahnhofstraße hatte schon nach ihrer Installation zu Diskussionen geführt. Denn dem Stadtbus ging beim Schlenker zum Bahnhofsvorplatz und dem Warten auf Grün beim Verlassen der Bahnhofszufahrt zu viel Zeit verloren. Deshalb wurde eigens ein Funkkontakt installiert, per Sender konnte der Busfahrer die Rotphase verkürzen. „Bevor wir die Ampel abschalten, wollen wir jetzt noch eine Stellungnahme des Stadtbusbetreibers einholen“, erklärt Baudezernent Karsten Scheele-Krogull. Er habe eher Bedenken, ob Linksabbieger vom Bahnhof in die Innenstadt bei hohem Verkehrsaufkommen problemlos vorankämen. „Aber wir schalten versuchsweise ab, wenn es nicht funktioniert, schalten wir die Ampel eben wieder an.“

Bewährt haben sich nach Einschätzung von Stadt und Polizei auch die Ampelabschaltungen vor dem Amtsgericht, dem Kreishaus und der Einmündung Ringstraße/Veerßer Straße. „Es gibt zwar auch kritische Stimmen wegen des Schülerverkehrs dort, aber wir sehen die Situation als unproblematisch an“, sagt Scheele-Krogull. Die einjährige Testphase soll verlängert werden bis zum Umbau des Marktplatzes im nächsten Jahr, „dann werden wir das endgültig lösen.“ Die Ampelmasten werden zu Altmetall, der Rest der Anlage inklusive der Technik wird eingemottet. Denn Ersatzteile könne man immer gebrauchen angesichts vieler alter Anlagen, so der Baudezernent.

Kommentare