Staatssekretärin Almut Kottwitz kündigt bei Bürgerdialog Studie an

Wie viel Wolf geht noch?

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Umwelt-Staatssekretärin Almut Kottwitz in Munster.

stk Munster. Die rot-grüne Landesregierung reagiert auf die Häufung von Nahbegegnungen mit Wölfen rund um den Truppenübungsplatz Munster und den zunehmenden Druck besorgter Bürger.

Nach der Ankündigung, allzu neugierige Wölfe mit Gummigeschossen zu vergrämen, und der Besenderung der ersten zwei Jungwölfe (AZ berichtete) hat Umwelt-Staatssekretärin Almut Kottwitz am Donnerstag beim ersten Bürgerdialog in Munster angedeutet, dass sie eine Begrenzung des Wolfsbestands für denkbar hält.

„Ich möchte eine Studie in Auftrag geben: Wie viele Wölfe verträgt Niedersachsen?“, kündigte sie an. Zwar gebe es große Waldflächen im Land, aber auch die seien begrenzt. Derzeit gibt es nach Kenntnis der Landesjägerschaft, die mit dem Wolfsmonitoring beauftragt ist, in Niedersachsen sechs Wolfsrudel, zwei Paare und ein Einzeltier – 60 bis 80 Tiere insgesamt. 2014 wurden 22 Welpen geboren, 2015 sind bereits fünf auf dem Übungsplatz Munster bekannt.

Die Wolfsbeauftragten aus dem Kreis Uelzen, Theo Grüntjens und Klaus Bullerjahn, lobten, dass das Ministerium jetzt – wenn auch spät – tätig werde. Den sofortigen Beginn der Vergrämungsmaßnahmen forderte der CDU-Bundestagsabgeordnete Lutz-Winkelmann: „Tun sie es schnell. Tun Sie es jetzt!“

Die Umwelt-Staatssekretärin betonte, dass aufgrund des strengen Schutzes innerhalb der EU eine vorausgehende Untersuchung notwendig sei, um Vergrämungen zu rechtfertigen. „Wenn sich Tiere trotzdem nicht abschrecken lassen, werden wir sie im Notfall auch aus der Natur entnehmen, also töten“, signalisierte Almut Kottwitz, dass das Land das Problem ernst nehme. „Wir müssen lernen, mit dem Wolf auszukommen, aber es darf nicht dazu kommen, dass ein Mensch gefährdet wird.“

Von Gerhard Sternitzke

Einen weiteren Artikel zum Thema lesen Sie am Wochenende in der AZ.

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