Stadtwerke halten an Windpark-Plänen bei Borkum fest / Beteiligung an zweitem Projektabschnitt

Viel Wind um Netzausbau

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Rund 45 Kilometer nördlich von Borkum planen die Stadtwerke Uelzen und 33 weitere Gesellschafter einen Windpark – auch nach aktuellen Diskussionen um Verzögerungen durch den Übertragungsnetzbetreiber Tennet TSO GmbH.

Uelzen. Die Stadtwerke Uelzen halten an ihrer Beteiligung am Trianel Windkraftwerk Borkum (TWB) trotz Verzögerungen beim Netzausbau fest. Das berichtet Stadtwerke-Sprecher-in Franziska Albrecht auf AZ-Nachfrage.

Gemeinsam mit 33 weiteren Gesellschaftern soll 45 Kilometer nördlich vor der Nordseeinsel Borkum ein Offshore-Windpark gebaut werden. Die Aufnahme des Regelbetriebs sei ursprünglich für Februar nächsten Jahres vorgesehen gewesen, doch nach aktuellen Medienberichten verzögert sich der Bau wegen finanzieller Probleme des zuständigen Übertragungsnetzbetreibers Tennet TSO GmbH.

Die Stadtwerke Uelzen rechnen nun mit einem Start im Dezember 2013. Für den verspäteten Netzanschluss sei eine Haftungsregelung geplant, die eine Entschädigung von 90 Prozent der entgangenen Vergütung nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz vorsehe, sagt Albrecht. „Diese soll finanzielle Nachteile durch den verspäteten Netzanschluss ausgleichen und ist in Form einer Umlage von allen Stromverbrauchern zu tragen.“ Die TWB bereite derzeit eine Schadensersatzklage gegen den Energienetzbetreiber vor.

Die Tennet TSO hat sich unterdessen an die Bundesregierung gewendet und vor einem Scheitern der Windenergieziele durch geplante Schadenersatzregeln gewarnt. Der Netzbetreiber, der neben drei weiteren Unternehmen in Deutschland für die Übertragung von Strom in Höchstspannung zu den Verbrauchszentren verantwortlich ist, müsste sich laut Gesetzentwurf bei fahrlässigem Verhalten mit bis zu 100 Millionen Euro jährlich an möglichen Schadenersatzzahlungen beteiligen. Nach Angaben von Tennet entspricht diese Maximalhaftung fast einem Jahresgewinn. Nach aktuellen Berichten hat das US-Unternehmen Anbaric diesem Netzbetreiber angeboten, finanziell auszuhelfen, damit der Ausbau des Netzes fortgesetzt werden könne.

Wegen ungenauer Zusagen von Tennet hat nun der dänische Energiekonzern Dong eines seiner Windparkprojekte – ebenfalls nördlich von Borkum – zunächst gestoppt. Der Netzbetreiber habe eine Zusage für einen Netzanschluss ohne festes Datum gegeben und rechtliche Fragen seien ungeklärt, berichtete die Nachrichtenagentur dpa.

Für das Projekt von Trianel, an dem der Uelzener Energieversorger mit 1,10728 Prozent beteiligt ist, werde weiterhin mit einer „deutlich positiven Rendite“ gerechnet, so Franziska Albrecht. Die Geschäftsführung plane zudem, sich am zweiten Bauabschnitt zu beteiligen. Dieser solle zwar voraussichtlich in einer gesonderten Gesellschaft errichtet werden, die Infrastruktur dafür sei aber bereits in den Investitionsplanungen von Trianel berücksichtigt.

Von Diane Baatani

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