"Veerßer Bogen": Viel Lärm um den Lärm

Die Bahnstrecke im Bereich des „Veerßer Bogens“ führt direkt an Wohnhäusern vorbei. Doch eine Verlängerung der Lärmschutzwand an dieser Stelle lehnt die Deutsche Bahn ab. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Bis zu 200 Züge täglich, wo heute 70 fahren – in den Ausbau des so genannten „Veerßer Bogens“ setzt die Deutsche Bahn große Hoffnungen vor allem für den Güterverkehr in Richtung Osten. In Uelzen aber sorgt das Millionenprojekt jetzt zunehmend für Ärger: „Unsere Anliegen im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens sind allesamt unbeachtet geblieben“, erklärt Baudezernent Karsten Scheele-Krogull. Für die Anwohner bedeutet das unter anderem: Ein umfassender Lärmschutz ist in weite Ferne gerückt.

Beim „Veerßer Bogen“ geht es um die Einfädelung der Bahnstrecke Stendal-Uelzen in die Nord-Süd-ICE-Strecke südlich des Uelzener Bahnhofs. Bislang wird die Stendal-Trasse unter der ICE-Verbindung hindurchgeführt, nördlich des Bahnhofs kreuzt die Stendal-Strecke beim Einfädeln in Richung Norden erneut die stark befahrene Nord-Süd-Trasse. Dies wäre durch den „Veerßer Bogen“ nicht mehr notwendig: Der zweigleisige Ausbau der Stendal-Strecke soll am Ortsrand von Veerßen beginnen, dort schon in Richtung Bahnhof schwenken und dann bereits südlich des Bahnhofs in die Nord-Süd-Achse einfädeln – das Kreuzen im Norden des Hundertwasser-Bahnhofs entfiele somit.

„Die Emissionen durch den dann anwachsenden Güterverkehr sehe ich als ziemlich problematisch für die Anlieger der Bahnlinie an“, sagt Scheele-Krogull. Entsprechend hatte die Stadtverwaltung ihre Anliegen im Planfeststellungsverfahren vorgebracht. Doch der Wunsch nach Lärmschutzwänden sei ebenso unberücksichtigt geblieben wie die Verschiebung einer Brücke und die Umlegung einer Weiche, die neben dem Seifriedring eingebaut werden soll und ebenfalls für zusätzlichen Lärm sorgen könnte.

Die Stadt will jetzt am Erörterungstermin am Mittwoch, 30. März, vorstellig werden und „da werden wir nachlegen“, versichert Scheele-Krogull. „Wir versuchen das Beste für den Ortsteil.“ Auch im Ortsrat will die Verwaltung das Thema „Veerßer Bogen“ nochmals auf die Tagesordnung bringen.

Von Thomas Mitzlaff

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