Bahnstreik: Kunden verärgert bis gelassen / Metronom fährt planmäßig

„Es verreist keiner“

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Voll wurden die Uelzener Bahnsteige gestern nur, wenn ein Metronom einfuhr.

Uelzen. Nach dem Streik-Wochenende können Pendler und Reisende erst einmal aufatmen: Ab heute werden die Lokführer sieben Tage lang uneingeschränkt ihren Job machen – Claus Weselsky, der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, kündigte die Streikpause an.

Gestern und Sonnabend stellte der Arbeitskampf der Lokführer Reisende in ganz Deutschland auf die Geduldsprobe. Das große Chaos blieb allerdings in Uelzen und Lüneburg aus – obwohl in sieben Bundesländern die Ferien begannen und aufgrund zahlreicher Bundesliga-Partien, unter anderem in Hamburg, großer Andrang an den Metronom-Standorten erwartet wurde. Denn anders als Fern- und Nahzüge sowie S-Bahnen der Deutschen Bahn, die zu bis zu 70 Prozent ausfielen, fuhren die gelb-blauen Doppelstockwagen des Uelzener Eisenbahnunternehmens zum Großteil planmäßig.

Von überfüllten Bahnsteigen und Wartehallen sowie verzweifelten Fußball-Fans waren am Wochenende am Umsteigebahnhof der Uhlenköperstadt dennoch keine Spur: Nur hin und wieder zogen Reisende an der elektronischen Infotafel vorbei, auf der in Dauerschleife auf die Verkehrsbeeinträchtigungen hingewiesen wurde. Auch im Backshop des „Lässig“, direkt gegenüber, berichtete Mitarbeiter Christian Mertins von deutlich weniger Kundschaft als an gewöhnlich. Nicht einmal so genannte „Entschuldigungs-Gutscheine“ der Bahn seien eingelöst worden, wie bei Streiks sonst üblich. Sein Fazit: „Es verreist keiner dieses Wochenende.“

Ein ähnliches Bild bot sich am Lüneburger Bahnhof: Leere Bahnsteige, entspannte Reisende. Wer dieses Wochenende von A nach B kommen musste, hatte offensichtlich auch den Bahnhof der Salzstadt gemieden – zumindest, wartete niemand dort auf Züge der Deutschen Bahn. Die wenigen Pendler und Wochenendausflügler, die doch im Bahnhof ankamen, wurden bereits an den Eingangstüren auf die Ausnahmesituation hingewiesen.

Lediglich mit Einfahrt von Metronom und Erixx – sie verkehrten planmäßig – füllten sich die Bahnsteige.

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