Verkehr bedeutet Belebung

Attraktivere Innenstadt: Sollen Autos aus den Marktstraßen verbannt werden? Foto: Ph. Schulze

Zur Situation in der Uelzener Innenstadt: Welche Argumentationen müssen wohl noch erbracht werden, um denjenigen einen klareren Blick zu verschaffen, die nach wie vor einer kompletten Verkehrssperrung unserer Innenstadt das Wort reden?Lasen wir nicht in der AZ, von unseren leitenden Kommunalpolitikern detailliert und überzeugend vorgetragen, dass die Verluste bei Einkommens- und Gewerbesteuern zu weiteren Finanzierungslöchern im Uelzener Haushaltsplan erschreckende Realität geworden sind?

Wir, die Gewerbetreibenden, kommen nun einmal für 100 % der Gewerbesteuer und für einen großen Teil der Einkommensteuer auf. Zudem stellen wir (noch!) gute und sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zur Verfügung! Über lange Jahre ist deutlich geworden, dass eine völlig verfehlte Innenstadtverkehrspolitik betrieben wurde. Der wirtschaftliche Niedergang Uelzens begann mit der so genannten Marktstraßenlösung und ihrer systematischen Verteufelung des Verkehrsstromes. Jüngstes Beispiel für den wirtschaftlichen Niedergang einer Straßenzeile ist die Einbahnstraßenlösung der Schuhstraße! Man betrachte dabei die in den letzten zwei Jahren entstandenen Leerstände.Vorstellen kann man sich Vieles – wie in einem früheren Leserbrief erwünscht: "Cappu" trinkende Mütter, die ihren auf lustigen Spielgeräten herumtollenden fröhlichen Kleinen zuschauen und ein paar ältere Mitbürger, die sich am runden Kaffeetisch bei Tchibo oder anderswo über Gesundheitsfragen austauschen. Auch die ins Gerede gekommenen Grossraumspielplätze auf der Gudesstraße stehen weiter zur Diskussion. Zusätzliche Bänke, Bäumchen und Ruheräume werden die Attraktivität Uelzens wohl kaum steigern, es sei denn, man strebt eine Zukunft medienwirksam als Sanatorium Uelzen an! Ruheliegen dafür gibt es ja schon.Mensch, Leute, wo lebt ihr eigentlich? Glaubt wirklich einer von denen, die dieses Szenarium ausleben wollen, dass damit ein wirtschaftlicher Erfolg auf Seiten der kommunalen Finanzen erreicht werden kann? Ein paar Tassen Kaffee und etwas buntes Speiseeis führen eher nicht zu erfolgreichen Gewerbesteuereinnahmen.Verkehr bedeutet Belebung für die innerstädtischen Gewerbe, deren Erfolg sich automatisch im Gewerbesteuersäckel der Kommune widerspiegelt.Fazit ist: Entweder die Stadt stellt sich endlich hinter die sie finanzierenden Gewerbe oder sie gibt den ewigen Träumern nach!In der Donnerstagsausgabe der AZ konnten wir in Wort und Bild erfahren, dass in anderen Kommunen – wie z.B. Emden – die innerstädtischen Geschäftsleute durch demonstratives Abkleben ihrer Schaufenster gegen die unsinnigen Entscheidungen ihrer Verantwortlichen in Bezug auf Errichtung eines stadtnahen Einkaufszentrums protestierten.Liebe Uelzener! Müssen auch wir zu solchen fernsehreifen Mitteln greifen??? Heiko Barz, Uelzen

Was macht Uelzen?Als "erledigt" sehe ich Uelzen nicht. Dass Leerstand besteht, ist unübersehbar, aber den gibt′s überall, nur in Großstädten fällt der nicht so sehr auf wie in einer kleinen Stadt. Und die Stadt an sich zu kritisieren ist das eine, aber dann keinen kreativen Lösungsvorschlag haben, das andere.Fehlende Stadtplanung würde ich nicht sagen, eher fehlendes Interesse an dem was da ist bzw an der vorhandenen Planung. Hässlich ist Uelzen nicht mehr, war früher schlimmer. Das Einzige, was von Anfang an auffiel, ist die "zubetonierte" Innenstadt. Da fehlten von Beginn an Bäume und Sträucher. Da kann sich keiner mit Ruhm bekleckern und das wissen die Verantwortlichen sehr genau. In Celle hat New Yorker eröffnet, wieder was an Uelzen vorbeizieht. Sitzen in der Wirtschaftsförderung der Stadt nur Schnarchnasen? Oder sind die Mitglieder einfach zu alt um etwas zu unternehmen, bzw. sind sie nicht in der Lage, Geschäfte in die Stadt zu holen? Mich würde auch mal interessieren, ob irgendeiner unserer Politiker das hier liest? Wäre auch einmal interessant, von denen hier ein Statement zu lesen. Das wären sie den Einwohnern langsam schuldig.Wie wird unsere Stadt eigentlich nach außen vermarktet? Macht das überhaupt einer? Wir können uns nicht nur auf dem Bahnhof ausruhen und zusehen wie die Innenstadt verwaist. Es gibt auch Großstädte, die nicht viel zu bieten haben, Köln z.B. Dort ruht man sich auch nur auf dem Dom aus, obwohl langsam damit begonnen wird, die Vorzüge der Stadt aufzuzeigen und zu vermarkten. Was macht Uelzen? Schlafen Politiker wirklich oder werden sie nur aktiv, wenn‘s um den Verlauf der A39 geht? Uelzen hat schöne Ecken und auch Problemzonen. Die Schuhstraße ist so eine. Der "Mond"-Parkplatz sieht ein wenig dämlich aus. Wo war dort das Problem ein Parkhaus hinzubauen? Würde sich jetzt gut machen, wo der Wochenmarkt ins Zentrum gewandert ist. Wann wird das ehemalige Tep&Tap Gebäude abgerissen und was schönes Neues hingebaut? Warum wird die Kaufhalle nicht vermarktet? Was ist aus dem Jeansgeschäft fürs alte Café Harder Gebäude geworden?Ich kann es nur wiederholen, liebe Politiker, wacht auf. Die Zeit ist fast vorbei. Wir sind im Westen, hier müssen keine Städte sterben so wie es im Osten der Fall ist. Oder ist es das Credo eines Politikers erst was zu machen wenn′s zu spät ist? Ich würde mir auch für die nächste Kommunalwahl wünschen das kreative, jüngere Menschen sich zur Wahl stellen und Uelzen endlich zu dem machen was es sein sollte, eine liebenswerte Stadt in der man gerne lebt und einkaufen geht. Ihr Stadtväter nehmt die Hände aus den Taschen und handelt endlich. Die Diskussion in der Zeitung bringt nichts, wenn ihr nicht was umsetzt davon und so schwer kann das nicht sein.Torsten Meyer,Uelzen

Gute NachtToll, einfach Toll, Herr Schewandowski, wie Sie uns gezeigt haben, w a s Sie alles wissen und w i e Sie dies formuliert haben! Hier kommt bereits das nächste L o b , an die Lehrkräfte aus dem Kreis, die Ihren Schreibstil ebenso wie die Orthographie so perfekt gefördert haben! Nicht jeder Schüler aus Stadensen ist zu solch kritischem Bericht fähig!!! Kurz, jedoch endgültig und gediegen haben Sie uns den Spiegel vorgehalten. Sind wir erledigt?Klar, wir sind erledigt, und dies schon aufgrund der Altersstruktur "unserer kleinen Stadt". Aber soooo schnell lassen wir uns den ruhigen Schlaf nicht vermiesen, da werden wir wohl – gut organisiert – in unseren orthopädischen Fachhandel im – oh Scherz der Geschichte – ehemaligen Radio- und Musikhaus Pommerien wackeln, um dort nun – statt der neuesten Musik CD – die angebotenen Stützstrümpfe zu kaufen.Unser "Dorfältester" , LUCATIUS vom Stamm der Ottonen, wird uns in gemütlichen Abendlehrgängen im gezielt vernichtenden Stützstrumpf-Zielwurf unterweisen.Mit Kraft und viel Mühe werden wir alle Ruhestörer verjagen. Und bei Teutates!!......oder lieber Th.Wilder:"Die Mühe ist so groß, dass die Menschen sich alle sechzehn Stunden niederlegen müssen, um auszuruhen........Gute Nacht." Und das ist gut so!Gudrun Tscharntke,Uelzen

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