Vergiftungsschäden melden

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Die Imker stellten bei ihrer Versammlung eigene Produkte und Hilfswerkzeuge aus. Für ihre Arbeit muss verstärkt Nachwuchs gesucht werden, wurde bei dem Treffen deutlich.

Uelzen/Landkreis - Von Angelika Jansen „Die Imker sorgen mit ihren Bienen dafür, dass die Erträge der Landwirte steigen“, erklärte Jürgen Grocholl, Leiter der Landwirtschaftskammer Uelzen, zum Auftakt der diesjährigen Uelzener Kreis-Imker-Versammlung. So bestimmte das Thema einer gesunden Koexistenz von Imkern und Landwirten das rund dreistündige Treffen, zu dem auch Landwirte und Förster zusammentrafen.

„Alle können dazu beitragen, den Bienen ein Schlaraffenland zu bieten“, erläuterte Werner Mühlen, der mit seinem Vortrag die über hundert Anwesenden im Hotel Deutsche Eiche in Uelzen mit fachlichen Tipps beeindruckte. Als „Macher der Honigmacher“, ein Projekt, das der Nachwuchssuche und Nachwuchsförderung dient, will er Menschen erreichen, die sich für Bienen und Imkerei interessieren. Der Fachmann der Bienenkunde aus Münster will durch gezielte Information Barrieren abbauen.

Die Zahl der Imker habe in Deutschland drastisch abgenommen. Die Folge ist, dass aufgrund fehlender Bestäubung die Ernteerträge in der Landwirtschaft gesunken seien. „Viele unserer heimischen Kulturpflanzen sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen, um gute Erträge zu erbringen“, setzte Mühlen zur Aufklärung verhängnisvoller Irrtümer an. „Unsere Bienen wollen keinen Mais“, betonte Mühlen bei der Beschreibung der „blühenden Landschaften“, die diese Völker optimal ernähren. „Wer die Tanzorientierung seiner Honigbienen nachvollzieht, erkennt, dass jede Blütenpflanze sich zur Bienenweide eignet.“ Aber Vorsicht, warnt er, und berichtet von einem Selbstbetrug beim Bepflanzen von Gärten. „Die Forsythie beispielsweise, mit ihrer leuchtend gelben Blütenpracht ein Frühlingsbote, ist vollständig wertlos für die Natur.“ Der Strauch trage trockene Blüten, die weder Blütenstaub noch Nektar produzieren.

Bei 185 Mitgliedern mit 1276 Bienenvölkern appelliert der Kreisimkerverein Uelzen an alle, die von einem gesunden Bestand der Bienen profitieren. Auf der Internetseite der Honigmacher, wo neben Blühkalender und Pollenbestimmung auch der in zehn wesentliche Phasen eingeteilte Jahreslauf abgelesen werden kann, so der Münsteraner Referent, kann sich jeder informieren, welche Pflanzen er auf Brachflächen, Wegerändern, Straßen, Parks, öffentlichen Anlagen und im eigenen Garten einsäen kann, um den Bienen beim Aufbau ihrer lebenswichtigen Netzwerke zu helfen.

„Melden Sie Vergiftungsschäden“, ermuntert Joachim Porsiel, Obmann für Bienengesundheit, alle Imker, „auch die Landwirtschaftskammer ist interessiert an diesen Informationen.“ Außerdem erinnert er daran, dass keine Bienenvölker ohne Gesundheitszeugnisse gekauft werden dürfen, um die Verbreitung von Seuchen zu vermeiden.

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