„Blumen und Steine“ – Endspurt für AZ-Ausstellung in Uelzens Stadtbücherei

Vergänglichkeit und Dauer

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Wer hier gedeihen will, muss unverdrossen sein.

Uelzen. Unter dem Titel „Blumen und Steine“ thematisiert die Fotogilde Uelzen noch bis übermorgen den Kontrast zwischen dem Kurzlebigen und dem Beständigen, dem Schroffen und dem Liebreizenden, der Kargheit und dem Trotzdem-Gedeihen.

Die AZ-Ausstellungen in der Stadtbücherei werden in einem Bereich präsentiert, wo für Groß und Klein phantasievolle und die Phantasie anregende Veranstaltungen rund um Lesen und Bücher durchgeführt werden, und so finden sich „automatisch“ viele Betrachter. Viele kommen aber auch regelmäßig eigens wegen der Ausstellungen, so Friedhilde Weddrin, Leiterin der Stadtbücherei.

Manche kommen gern eigens für die Ausstellung in die Bibliothek.

Die „Blumen und Steine“ laden zum Philosophieren ein: Leuchtend rote Mohnblumen, die nur wenige Tage blühen, an einer Mauer aus Feldsteinen, die womöglich in der letzten Eiszeit von einem Gletscher hergebracht wurden – eine Begegnung zwischen Vergänglichkeit und Dauer. Da haben die Ruinen und die alten, großen Bäume schon mehr gemeinsam erlebt – während die einen langsam verfielen, sind die anderen gewachsen. Schlichte Schönheit trifft auf Schroffheit bei den Aufnahmen von zarten blühenden Blumen vor großen Felsbrocken. Obwohl, bei genauerer Betrachtung ist auch das Schroffe schön. Was sie einander wohl zu erzählen hätten, wenn sie könnten? Das wäre doch sicher Stoff für ein Buch. Eine Geschichte von genügsamer Zähigkeit hätten dann die Pflanzen beizusteuern, die sich auf Felsen und in Mauerritzen trotzig einen Platz erkämpfen. Solche ausdrucksvollen Fotos gelingen nicht „einfach so“. Dahinter stehen viel Übung, kontinuierliches Experimentieren mit der Technik und der richtige Blick, das geübte Auge, eigene Kreativität. Die Mitglieder der seit 1979 bestehenden Fotogilde suchen den ständigen Austausch miteinander und mit anderen Hobbyfotografinnen, loten das technisch Machbare aus und setzen sich der konstruktiven Kritik durch die anderen aus, um sich weiterzuentwickeln.

Die Aufnahmen der versierten Fotogilde inspirieren nicht nur zum Philosophieren und Geschichtenerzählen, sie inspirieren auch dazu, selbst mal wieder den Fotoapparat zur Hand zu nehmen und auf der Suche nach Motiven umherzuschweifen. Wer sich ernsthafter mit Fotografie auseinandersetzen möchte, findet die Fotogilde (mit Informationen zu ihren Treffen und Veranstaltungen sowie Kontaktmöglichkeit) im Internet unter www.fotogildeuelzen.de.

Von Martina Fischer

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