Verfolgungsjagd war der Schlusspunkt

Uelzen. Sie sind einfach unbelehrbar – jetzt sitzen zwei 17 und 18 Jahre junge Männer, die als Uelzens auffälligste Intensivtäter gelten, wieder in Untersuchungshaft. Ihre Straftaten füllen bei der auf Jugendkriminalität spezialisierten Abteilung der Uelzener Polizei mehrere Aktenordner. Dutzende von Autodiebstählen, Einbrüchen, Drogendelikten und andere Straftaten gehen auf das Konto des Duos. Vorläufiger Schlusspunkt war am Wochenende eine Verfolgungsjagd mit der Polizei in einem gestohlenen Auto. Jetzt erließ die Jugendrichterin Haftbefehl – schon den zweiten innerhalb weniger Monate.

In den Schlagzeilen waren die beiden jungen Männer zuletzt Ende vergangenen Jahres, nachdem sie eine beispiellose Serie von Straftaten hingelegt hatten. Über Monate stahlen sie immer wieder Autos für Spritztouren und brachen in diverse Einrichtungen ein.

Am 16. November verurteilte das Jugendgericht die beiden zu einer Bewährungsstrafe – doch das beeindruckte sie wenig. Die Polizei blieb ihnen auf den Fersen und die Ermittler bewiesen dabei die richtige Spürnase: So werden die 17- und 18-Jährigen schnell gefasst, als sie in der Nacht zum 26. November vom Gelände eines Uelzener Autohauses ein Fahrzeug stehlen. Bei den Verdächtigen finden die Ermittler außerdem Marihuana und den Fahrzeugschein eines Müllwagens. Dieser war in der Nacht zuvor vom Gelände eines Recyclingunternehmens entwendet worden, nachdem die Täter zuvor in das Büro eingebrochen waren und dort den Schlüssel gefunden hatten. Auch einen Tresor nahmen die Einbrecher mit. Nachweisen konnten die Fahnder ihnen auch Einbrüche in die Wohngruppe des DRK in Uelzen. Dort hatten sie Fahrzeugschlüssel von drei Wagen gestohlen und diese dann ebenfalls entwendet.

Nach diesen neuerlichen Straftaten schickte die Jugendrichterin das Duo bis zur Verhandlung am 22. Februar in Untersuchungshaft. Beim Prozess kamen die beiden dann mit einer Haftstrafe davon, die zur „Vorbewährung“ ausgesetzt wurde – die allerletzte Stufe vor dem Weg ins Gefängnis. Doch das beeindruckte die Täter offenbar ebenso wenig wie die zahlreichen Auflagen, die das Gericht verhängt hatte.

Am ersten Märzwochenende zogen beide wieder los, wurden in Dannenberg geschnappt, weil ihr Auto gestohlene Kennzeichen hatte und nicht versichert war. Dazu kamen Drogenkonsum und eine Trunkenheitsfahrt – sieben Strafanzeigen erstellte die Dannenberger Polizei.

Dann tauchten beide ab, weil die Staatsanwaltschaft wieder einmal Haftbefehl beantragte. Am Freitag dann fällt einer Streife in Uelzen ein gestohlener Wagen auf, darin sitzen die beiden Gesuchten. Nach einer wilden Verfolgungsjagd werden sie gestellt, die Polizei hält sie für einen weiteren Einbruch und den Diebstahl eines Motorrades für verantwortlich. 20 Straftaten haben die Ermittler allein seit der letzten Verurteilung vom 22. Februar zusammengetragen – jetzt muss das Duo mit einer längeren Jugendstrafe rechnen.

Von Thomas Mitzlaff

Kommentare