Holdenstedt: Unversöhnlich stehen sich der SVH und die SGH gegenüber

Vereine im Clinch

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Uelzen-Holdenstedt. Seit Monaten schwelt ein Konflikt im Dorf Holdenstedt: Zwei Sportvereine ringen da um Hallenzeiten und um Anerkennung. Der Bürgermeister Holdenstedts, Hans-Jürgen Heuer, hofft, dass sie sich einigen.

Ebenso versucht der Sportdezernent der Stadt Uelzen, Jürgen Markwardt, einen Kompromiss zu finden. Aber derzeit sieht es finster aus: „Das Tischtuch ist zerschnitten“, erklärt der Vorsitzende des SV Holdenstedt, Jürgen Altenburg, gegenüber der AZ.

Begonnen hat der Streit zur Weihnachtszeit 2012, als eine Übungsleiterin aus dem größeren Verein entlassen wurde, man wollte ihr Angebot nicht mehr. Dann aber gingen auch noch weitere Übungsleiterinnen aus der Turn- und Gymnastiksparte des über 1200 Mitglieder zählenden Vereins. Sie fanden sich zusammen und gründeten einen eigenen Verein, die Sportgemeinschaft Holdenstedt (SGH). Nun streiten sich die Vereine um Hallenzeiten in Holdenstedt. Während der SVH in einem Gutteil der frei gewordenen Hallenzeiten nun neue Sportangebote bereithält, fordert der kleinere Verein seinerseits Hallenzeiten.

Dabei tröpfelt der Streit auch in das Dorfleben: Familien müssen in zwei Vereinen Mitglied sein, wo vorher eine Mitgliedschaft reichte und der Dorffrieden ist gestört, sagt der Ortsbürgermeister. Anwälte schreiben Briefe, es gibt Verbote, Mitglieder wollen sich nicht gegenüber der Zeitung äußern oder zumindest ihren Namen nicht sagen. Ein Mitglied des kleineren Vereins SGH meint: „Ich will nichts über den SVH sagen, weder Positives noch Negatives. Ich will einfach nur meinen Sport machen“. Der größere Verein SVH verbietet die Mitbenutzung seiner Geräte und kritisiert, dass Front gemacht werde mit „hochausgebildeten Übungsleiterinnen“, deren Ausbildungen vom Verein bezahlt worden seien. Dass jemand die Hand ausstreckt, sehen derzeit weder die Vorsitzenden noch Heuer oder der Sportdezernent.

Von Kai Haase

Mehr zum Streit lesen Sie am Dienstag in der AZ.

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