Containerdienst-Firma, Tankstellenpächter und Anwohner leiden derzeit unter Umleitungen

B-4-Sanierung: Verdruss bis Mitte August ?

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Tankstellenpächter Waldemar Sawatzki hatte sich durch die Umleitungen über den Ostring mehr Kundschaft an seiner Servicestation erhofft. Das Gegenteil sei eingetreten, sagt er.

Uelzen. Als Martin Kewitz gestern aus dem Urlaub in seine Containerdienst-Firma an der Straße Neu Ripdorf zurückkehrte, staunte er nicht schlecht. Von der Birkenallee können die Fahrer seiner 20 Fahrzeuge das Firmengelände nicht mehr erreichen.

Grund: Die Umleitungen im Zuge der Sanierung der Bundesstraße 4.

Martin Kewitz

„Die Fahrzeiten zu den Kunden und unseren beiden weiteren Standorten am Hafen haben sich zum Teil mehr als verdoppelt“, sagt Kewitz. Nur: Eine schriftliche Information darüber, dass die Straße Neu Ripdorf bis voraussichtlich Mitte August nur noch in eine Richtung befahrbar ist, habe er bisher nicht. Auch in der entsprechenden Pressemitteilung der Landesbehörde an die AZ fehlt ein Hinweis auf eine Einbahnstraßenregelung. Die Auswirkungen seien sowohl für seinen Betrieb als auch für seine Kunden mehr als ärgerlich, so Kewitz: Verspätungen bei der Containerabfuhr und möglicher Stillstand auf Baustellen und Kosten für umleitungsbedingte Umwege, die an ihm hängen blieben.

Ärger auch bei Waldemar Sawatzki. Als der Pächter der Hem-Tankstelle von der Umleitung in der AZ las, freute er sich zunächst, weil er sich durch den zusätzlichen Verkehr durch die Umleitung mehr Kunden an die Zapfsäulen an der Tile-Hagemann-Straße kommen würden. Das Gegenteil sei der Fall, sagt Sawatzki. Das Ansteuern seiner Tankstelle sei wegen der erheblichen Zunahme des Verkehrs auf dem Ostring für Autofahrer unbequem geworden, meint er. Er spüre es seit Freitag an seinen Umsätzen.

Auch private Anlieger sind durch die schlechte Informationspolitik irritiert und verärgert. So wurden beispielsweise die Anwohner der Straße Am Hochgericht davon überrascht, nicht mehr wie gewohnt in beide Richtungen auf die Straße Neu Ripdorf einbiegen zu können. Was bis dahin ein Katzensprung war, wurde auf einmal zu einer gefühlten Weltreise. Zum Beispiel eine Fahrt an den Oldenstädter See.

• Eine spezielle Regelung gilt laut Landesbehörde für Straßenbau heute noch: Ein direktes Auffahren von der B 191 (Oldenstadt) und der B 71 (Groß Liedern) auf die B 4 gen Norden ist nicht möglich. Autofahrer müssen von den beiden Anschlussstellen zunächst gen Süden bis zur Auf-/Abfahrt L 270 (Esterholz) fahren, dort runter und gen Lüneburg neu auffahren.

Von Steffen Kahl und Jens Schopp

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