Klinikum-Mitarbeiter fordern sieben Prozent mehr Lohn

Verdi warnt vor Abwanderungswelle

+
Rund 50 Mitarbeiter des Klinikums solidarisieren sich mit Kollegen von anderen Rhön-Standorten, die derzeit Tarifverhandlungen führen.

Uelzen. Sieben Prozent mehr Gehalt und mindestens eine Erhöhung von 170 Euro fordern die Beschäftigten des Uelzener Klinikums.

Bei der gestrigen Solidaritätskundgebung in der Mittagspause vor dem Krankenhaus nahmen rund 50 Krankenschwestern, Physiotherapeuten und Angestellte aus Labors den anstehenden Tarifverhandlungen schon einiges vorweg. Denn an vier anderen Standorten des Rhön-Konzerns in Niedersachsen seien Angebote gemacht worden, die weit unter dem Tarifergebnis des öffentlichen Dienstes liegen, erklärte Verdi-Sprecher Henning Tech: Zum Beispiel rund 4,5 Prozent Entgelt-Erhöhung statt 6,3 Prozent, wie es der Tarif des öffentlichen Dienstes für die nächsten zwei Jahre vorgibt.

Bevor am 27. Juni die Gespräche über die Verträge der Beschäftigten in Uelzen und am 10. Juli in Wittingen starten, wollen sie schon vorab eine Richtung angeben und ihre Solidarität mit anderen niedersächsischen Rhön-Häusern bekunden, so die Ansprechpartnerinnen für die Tarifkommission Anne Hildebrandt aus Uelzen und Hilke Hamel aus Wittingen. Es gebe keinen Grund, warum Krankenschwestern in Uelzen oder Wittingen weniger verdienen sollten als Kollegen von kommunalen Krankenhäusern in Lüneburg und Soltau, erläutert Tech. „Wenn die Beschäftigten in Uelzen weniger Geld bekommen, besteht die Sorge, dass gutes Personal nach Lüneburg abwandert.“

Jede Rhön-Klinik führt eigene Verhandlungen, daher ist für Franz Caesar, Geschäftsführer des Klinikums Uelzen, die gestrige Solidaritätsaktion unverständlich. Ihm liege bislang noch kein Angebot von Verdi vor. Derzeit werde mit dem bestehenden Haustarif inklusive Ergebnisbeteiligungen und Arbeitszeitverkürzungstagen ohnehin besser gezahlt als in Lüneburg. So befürchte Caesar nicht, dass Beschäftigte die Nachbarstadt vorziehen könnten. Personalwechsel findet, wenn überhaupt, so Caesar, innerhalb des Landkreises Uelzen statt, aber eine Abwanderungswelle gebe es nicht.

Der Warnstreik für die Beschäftigten steht nach Angaben von Verdi nicht im Zusammenhang mit Übernahme-Plänen des Gesundheitskonzerns Fresenius, betont Tech. Im Falle einer Zusammenführung des Rhön-Konzerns mit dem Konkurrenten Helios (AZ berichtete) werden die Verträge innerhalb des ersten Jahres nicht geändert.

Fresenius wird dem Rhön-Konzern voraussichtlich am 18. Mai ein schriftliches Angebot unterbreiten, erklärt unterdessen Fresenius-Pressesprecher Matthias Link auf AZ-Nachfrage.

Von Diane Baatani

Mehr zum Thema

Kommentare