Prozess um Doppelmord an zwei Frauen in Lüneburg abgeschlossen

Das Urteil im Prozess um Doppelmord an Frauen in Lüneburg: Lebenslänglich 

+
Das Landgericht verurteilte den angeklagten Jesiden zu „lebenslänglich“.

dpa Lüneburg. Im Prozess wegen der Ermordung von zwei Frauen in Lüneburg hat das Landgericht den angeklagten Jesiden zu lebenslanger Haft verurteilt. Es stellte gestern eine besondere Schwere der Schuld fest. Eine Freilassung nach 15 Jahren ist nur im Ausnahmefall möglich.

Nach Überzeugung der Kammer mordete der Mann, weil ihn seine 32 Jahre alte Frau verlassen und Christin werden wollte. Die ein Jahr ältere Freundin, Mitglied einer evangelischen Freikirche, machte er für den Schritt seiner Frau mitverantwortlich. Der Mann, zu dessen Alter es unterschiedliche Angaben gibt, habe in seiner Familie über Jahre eine „Atmosphäre der Angst“ geschaffen, sagte Richter Thomas Wolter.

Der Angeklagte hatte gestanden, seine Ehefrau und deren Freundin erstochen zu haben, bestritt aber, die Tat geplant zu haben. Die beiden hätten ihn vor die Tür setzen und ihm so auch die Kinder nehmen wollen, da sei es zu einem Handgemenge gekommen. „Das ist Quatsch, das ist gelogen“, zeigte sich Richter Wolter überzeugt. Indizien, Zeugenaussagen und eine Telefonüberwachung belegten einen anderen Tatablauf.

Seine Frau hatte er nach der Spurenlage zuvor im Badezimmer eingesperrt. Sie werde nach dem Tod der Freundin aus Angst bei ihm bleiben, habe er ursprünglich gehofft. Die Frau aber schrie laut und verzweifelt um Hilfe. Da habe der Mann sie mit einem anderen Messer getötet. Der Mann floh und wurde rund drei Wochen später in Hamburg verhaftet.

Kommentare