Ursula von der Leyen in der DAA: Erfahrung zählt mehr als Dumping-Preise

Stärkung junger Azubis

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Philipp Kreft erlebt an seinem ersten Ausbildungstag hohen Besuch: Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen ließ sich zeigen, wie er Teile für ein Schaukelpferd bearbeitete. Mit dabei Dieter Ruschenbusch (DAA) und Henning Otte (CDU).

Uelzen. Die Herausforderungen für Frauen und Männer zwischen 25 und 35 Jahren auf dem Arbeitsmarkt haben gestern in Uelzen die Mitarbeiter der Deutschen Angestellten-Akademie (DAA) und die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen beschäftigt.

„Bei diesen sinkenden Arbeitslosenzahlen ist der Blick auf diejenigen, die vorher nicht wahrgenommen wurden, freier geworden“, sagte von der Leyen bei ihrem Besuch mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Henning Otte und dem CDU-Landtagsabgeordneten Jörg Hillmer in der DAA. Die Beteiligten waren sich einig, dass Arbeitslose, die nicht vermittelt werden können, besonderer Arbeitsmarktinstrumente bedürfen.

Wegen ansteigender Ansprüche im technischen Bereich sei vielfach die Erwartung an Bewerber gestiegen und deren Qualifikationen würden oft nicht ausreichen, so von der Leyen. Das bestätigte Christian Martin, Produktmanager der DAA: „Die sozialpädagogischen Anteile werden wachsen – und dem sind die Betriebe oft nicht gewachsen“, sagte er. Viele Jugendliche bräuchten eine individuelle Betreuung und müssten im Sozialverhalten geschult werden. Bernd Passier, Vorsitzender der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen, empfahl, den Blick für neue Möglichkeiten zu öffnen. Der Bereich nach dem Sozialgesetzbuch II werde durch die „Brille der Versicherungen“ betrachtet. In diesem Bereich wie auch in den inhaltlichen Modulen bei Aus- und Weiterbildungen wünschen sich der Agentur-Chef wie auch die Verantwortlichen der DAA mehr Spielraum.

Die Zweigstellenleiterin der DAA, Margrit Ruschenbusch, verdeutlichte die schwierige Situation für Anbieter von Qualifizierungsmaßnahmen wie der DAA, die mit anderen Einrichtungen darum konkurrieren, für diese Maßnahmen Mittel von der Bundesagentur für Arbeit zu erhalten. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass „Dumping-Anbieter“ mit Aufträgen bedacht würden. Wenn jedoch die jungen Menschen nach Tarif bezahlt werden, sei es nicht möglich, Qualifizierung zu Dumping-Preisen anzubieten. Von der Leyen wies auf allgemein geltende Tarifverträge sowie den neu eingeführten Mindestlohn hin. Außerdem sei zum 1. Juli eine Verordnung erlassen worden, „die die Bundesagentur darauf einschwört, das Phänomen der Erfahrung der Trainer zu berücksichtigen“. Damit solle bei Bewerbungen um Zuschüsse für Qualifizierungsmaßnahmen stärker die Qualität in den Vordergrund gerückt werden, erläuterte sie.

Von Diane Baatani

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