Stadt Uelzen will Waldfriedhof in Eigenregie betreiben

Urnen-Bestattungen im Stadtwald

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Bei der Stadt gab es bereits Anfragen nach Waldbestattungen. Demnächst soll das im Uelzener Stadtwald möglich sein.

Uelzen. Nach langer Diskussion über Baumbestattungen will die Stadt Uelzen nun schnellstmöglich einen Waldfriedhof in Eigenregie im Stadtwald nahe des Fischerhofes betreiben. Der Stadtplanungsausschuss hat sich dafür ausgesprochen.

Lediglich Holdenstedts Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Heuer und Ratsherr Christian Mocek (beide CDU) stimmten gegen den Vorschlag der Stadt. Somit wird voraussichtlich davon Abstand genommen, eine private Waldfläche in Holdenstedt dafür zu nutzen und als Betreiber das Unternehmen „Ruheforst“ mit der Landwirtschaftskammer einzusetzen. Die Entscheidung darüber soll in der heutigen Sitzung des Verwaltungsausschusses fallen.

Auf einer einen Hektar großen Fläche im Stadtforst soll es für die nächsten 40 Jahre möglich sein, Urnen zu bestatten. In den Varianten mit „Ruheforst“ wäre die Laufzeit auf 99 Jahre angelegt, und die Stadt müsste eintreten, wenn der private Betreiber pleite ginge oder die Waldbesitzerin bei Holdenstedt ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nachkäme. Bei dem aktuellen Vorschlag ist die Stadt aber ohnehin für die Sicherung des Zugangs zuständig.

Während Heuer und Susanne Niebuhr (WIR für Uelzen) einwendeten, dass das wirtschaftliche Risiko für die Stadt als Betreiber zu hoch sei, lobte Ratsherr Karl-Heinz Schmäschke (Die Grünen), Vorsitzender des Stadtforst-Ausschusses, auf AZ-Nachfrage diese Variante, da die Kosten in diesem Fall nicht so groß seien. Die Fläche sei bereits geringer als anfangs vorgestellt und die Stadt wolle auf Werbung verzichten. Somit bestehe nicht die Notwendigkeit, die Bestattungsform zu vermarkten. Lediglich wenn eine Kundenberatung vor Ort nötig werde, auch an Wochenenden, müsste eventuell eine halbe Stelle dafür geschaffen werden.

Das Freie Ratsmitglied Burkhard Schorling bedauerte, dass die Eigentümerin des Gebietes im Hardautal in Holdenstedt nach anfänglichen Verhandlungen und ihrem Entgegenkommen nun doch „hinten runterfällt“.

Die Friedhofs- und die Friedhofsgebührensatzung müssten um die zusätzliche Bestattungsart erweitert werden. Sollte der Verwaltungsausschuss dem Vorschlag der Stadt zustimmen, wird eine Satzung vorbereitet, über die der Stadtrat im Dezember abstimmen könnte.

Von Diane Baatani

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