Ab 5.30 Uhr in die Kita

Unternehmensverbund soll arbeitszeitgerechte Kinderbetreuung ermöglichen

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Die eigene Arbeitszeit mit den Kinderbetreuungszeiten zu vereinbaren, bedeutet für viele Eltern Stress. Für Mitarbeiter Uelzener Unternehmen könnte sich das bald ändern.

Uelzen. Um 6 Uhr oder bereits noch früher beginnt die Arbeit – die Kindertagesstätte öffnet aber erst um 7 Uhr ihre Pforten.

Wenn Eltern mit diesem Problem zu ihr gekommen seien, habe sie bislang zu einer Tagesmutter als Ergänzung zur Betreuungseinrichtung geraten, erklärte Petra Heinzel, Leiterin des Familienservicebüros der Stadt Uelzen, auf der gestrigen Informationsveranstaltung für arbeitszeitgerechte Kinderbetreuung im Rathaus.

Eingeladen waren alle Unternehmen aus der Stadt Uelzen, gekommen waren vor allem Betriebe aus dem Pflegebereich. Vier von ihnen – die Senioren Residenz, der Häusliche Kranken- und Altenpflegedienst Ammann, das Alten-Pflegeheim Meilerhaus und das Pflegeteam – signalisierten gestern bereits Interesse, einen gemeinsamen Verbund für betrieblich unterstützte Kinderbetreuung zu gründen. Damit würden sie einen deutlichen Beitrag zur Familienfreundlichkeit ihres Unternehmens leisten. Das würde sie allerdings jährlich rund 1000 Euro pro Kita-Platz mit einer zusätzlichen Betreuungszeit von 5.30 bis 7 Uhr kosten. Genaue Kosten stehen aber noch nicht fest. Auch über eine Ausweitung im Anschluss an die Kita-Öffnungszeiten wurde gesprochen, das Thema dann aber zunächst verworfen. „Wir werden nicht alle Probleme auf einmal lösen können, sonst könnten wir auch über Wochenenden und Feiertage reden“, fasste es Pflegedienstleiter Dirk Ammann zusammen.

Bislang ist es den Mitarbeitern des Helios Klinikums Uelzen vorbehalten, ihre Kinder bereits vor oder nach den Kernöffnungszeiten – also vor 7 Uhr oder nach 17.30 Uhr – in die Kita zu bringen beziehungsweise dort abzuholen. Dafür wurden von der Stadt Uelzen 2010 eigens betrieblich unterstützte Krippen- und Kindergartengruppen im Kita-Zentrum St. Johannis am Stern eingerichtet.

Sollte der Verbund entstehen, werden die Mitgliedsbetriebe allerdings damit leben müssen, dass sie ihren Mitarbeitern für die erweiterten Betreuungszeiten nur eine Einrichtung anbieten können – diese soll, so geplant, in der Kernstadt liegen –, die nicht unbedingt wohnort- und/oder betriebsnah gelegen ist. Außerdem können für Mitarbeiter, deren Wohnsitz außerhalb des Stadtgebiets liegt, keine Plätze angeboten werden – denn das Angebot an Kita-Plätzen reicht sowieso gerade so aus. Ein Risiko würde für die im Verbund organisierten Betriebe außerdem darin liegen, den Bedarf an Plätzen einzuschätzen – am 1. August beginnt das Kita-Jahr, die Anmeldungen müssen jedoch bereits im Frühjahr vorliegen, sodass die Kosten für die Sonderöffnungszeiten auch bei Nichtinanspruchnahme bezahlt werden müssen.

Nachdem der Ausschuss für Generationenfragen, Integration und Soziales am 24. September über das Projekt berät, trifft sich die Gruppe am 1. Oktober um 14 Uhr im Rathaus, um weiter an dem Konzept zu arbeiten. Weitere interessierte Unternehmen können sich bei Petra Heinzel unter (05 81) 8 00-62 81 melden.

Von Sophie Borm

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