Kreisveterinär kritisiert Einführung von Sachkundenachweis

Unklare Regeln für Hunde

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Ab Juli brauchen Hundehalter einen Sachkundenachweis.

kah Uelzen. Ab Juli müssen sich Hundebesitzer nach einer neuen Verordnung richten. Sie brauchen ab dann einen „Sachkundenachweis“ – egal, ob für Pinscher oder Dogge.

Hundehalter, die das Tier nicht für den Beruf brauchen oder deren Hunde eine besondere Ausbildung genossen haben, müssen dann eine theoretische und eine praktische Prüfung ablegen. Ausnahme sind Halter, die innerhalb der vergangenen zehn Jahre schon zwei Jahre lang einen Hund hatten. Außerdem muss jeder Hund ab dem siebten Lebensmonat im zentralen Hunderegister erfasst sein. Dass es Neuerungen im Gesetz über das Halten von Hunden ab dem 1. Juli 2013 geben würde, war laut Veterinäramt des Landkreises schon 2007 in Hannover beschlossen worden.

Der Kreisveterinär Dr. Jörg Pfeiffer stellte die Grundzüge gestern kurz vor. Dabei blieben Details auf der Strecke, was Pfeiffer selbst am meisten ärgert: „Ich bin unzufrieden, dass allern mitgeteilt wird, am 1. Juli gehe es los, aber es ist noch so wenig geregelt“, sagte er. So stünden beispielsweise die Fragen für die theoretische Prüfung noch nicht fest, die Kosten für die Halter ebenso wenig, und auch wie oft der Test wiederholt werden kann, dazu habe er keine Info aus Hannover.

Ein weiterer Kritikpunkt, bei dem Pfeiffer verständnislos den Kopf schüttelt: Bei der praktischen Prüfung soll deutlich werden, wie der Halter mit dem Hund umgeht. Aber er muss dafür nicht den eigenen Hund nehmen, sondern kann sich auch einen gut erzogenen Vierbeiner eines anderen Halters nehmen. „Fachlich ergibt das für mich keinen Sinn“, so Pfeiffer. So könne jemand bestehen, „obwohl der Prüfer weiß, dass der zu Hause eine wilde Bestie hat“.

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