Politik berät nun über Schicksal des Holdenstedter Baus

Ungelegte Eier um Schloss-Zukunft

+
Am Freitag wurden die Stände für die diesjährige Auflage des Ostermarktes aufgebaut. Ob auch in den nächsten Jahren der Markt im Schloss stattfinden wird, ist ungewiss.

Uelzen-Holdenstedt. Er gehört zum festen Jahresprogramm des Schlosses Holdenstedt: der Ostermarkt, der am Wochenende wieder Besucher zum historischen Gemäuer lockte. Ob er auch in den kommenden Jahren im Schloss stattfinden wird, ist offen.

Denn, wie berichtet, steht das Schloss, in dem auch das Heimatmuseum untergebracht ist, als Kulturstätte in Besitz der Stadt auf dem Prüfstand, weil der Zukunftsvertrag Uelzen Sparzwänge auferlegt. Selbst ein Verkauf des Schlosses scheint möglich. Über die Zukunft des historischen Baus wird nun in den nächsten Wochen beraten, wie die Stadtverwaltung am Freitag auf AZ-Nachfrage erklärte.

Eingerichtet wurde dafür eine Arbeitsgruppe, die spätestens Anfang April, so Stadtsprecher Markus Nieber, in die „konkretere Erarbeitung von Lösungsvorschlägen einsteigen wird“. Knapp sieben Monate bleiben der Arbeitsgruppe für ihre Beratungen, im Oktober sollen die Ergebnisse vorgestellt und diskutiert werden.

Der Knackpunkt angesichts des Zukunftsvertrages: die Kosten. Der Heimatmuseumsleiter Dr. Ulrich Brohm hat bereits erklärt, dass für eine Sanierung und Umgestaltung der Ausstellungsräume im Schloss Holdenstedt rund 500 000 Euro nötig seien, damit ein attraktiveres Angebot für Besucher geschaffen werden könne. Hinzukommen die jährlichen Kosten für die Instandhaltung und die Nutzung des Schlosses durch den Museums- und Heimatverein des Kreises Uelzen. Der zog am Donnerstagabend für das zurückliegende Jahr seine Bilanz, auch in finanzieller Hinsicht. Dabei wurde deutlich, wie sehr die Nutzung der Räume im Schloss ins Kontor schlägt. So hat der Verein, dessen Einnahmen zum größten Teil aus Zuschüssen von Stadt und Landkreis Uelzen bestehen, jährlich 24 500 Euro an Abschlägen für Strom und Wasser zu zahlen. Dem stehen Eintrittsgelder vom Museum von rund 6750 Euro gegenüber.

Wie der Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm am Freitag der AZ sagte, sei er froh, dass die Stadt noch ihre Zuschüsse an den Museumsverein in der bisherigen Höhe leiste. 2013 waren es knapp 23 000 Euro. Brohm kündigte an, sich bei der Arbeit der Arbeitsgruppe zum Schloss einbringen zu wollen, um auch die Ideen für das Heimatmuseum zu erläutern. Bei der Jahreshauptversammlung des Museums- und Heimatvereins am Donnerstag hatte er von einem dauerhaften museumspädagogischen Konzept für Kinder gesprochen.

Von Norman Reuter

Mehr zum Thema

Kommentare