Kurzfristige Absage: Alcatraz will keine First-Class-Sessions mehr

Umzug ins „Lässig“

Leidenschaftlicher Auftritt: Anji Hinke am 11. Dezember im Alcatraz – niemand ahnte damals, dass es die letzte First-Class-Session dort werden sollte. Archivfoto: Wendlandt

Uelzen. Die SMS kam in der Nacht zu Sonnabend – und sie erwischte Organisator Peer Frenzke eiskalt: Die für Sonntag geplante First-Class-Session in seinem Hause könne leider nicht stattfinden, teilte Alcatraz-Chef Philipp Trumpf mit.

Die Musiker und Techniker standen da schon in den Startlöchern, „ein äußerst unerfreulicher Akt“, so Frenzke gegenüber der AZ. Gestern Nachmittag aber konnte er schon wieder lachen: Das „Lässig“ im Hundertwasserbahnhof wird künftig Austragungsort der monatlichen Veranstaltungen sein, die Einigung erfolgte innerhalb weniger Stunden.

Musiker bekannter Bands, die solo auftreten, gemischte Besetzungen, die es sonst nicht gibt, viel Improvisation und intime Atmosphäre – die First-Class-Sessions sind eine große Bereicherung für die Uelzener Kulturszene. „Die vier Konzerte in unserem Hause haben uns viel Freude und Gänsehautfeeling bereitet“, sagt Alcatraz-Betreiber Philipp Trumpf. Doch aus wirtschaftlichen Gründen habe er leider den Rückzieher machen müssen. „Eine nicht leichte Entscheidung, aber wir stehen dazu.“

Das „Experiment Live-Musik“ sei aber zum einen wirtschaftlich nicht tragbar, zum anderen mit dem normalen Tagesgeschäft nur schwer in Einklang zu bringen. „Viele Gäste fühlten sich vom Aufbau der Musikanlage, dem Soundcheck und auch der lauten Musik gestört“, schildert Trumpf. Auch Anlieger hätten sich beschwert, einmal sei sogar wegen sonntäglicher Ruhestörung die Polizei gerufen worden.

Deshalb sei in letzter Konsequenz nur die Absage geblieben – dass sie so kurzfristig erfolgte, bedaure er, so der Alcatraz-Chef. „Er hat sich dafür entschuldigt, damit ist der Fall erledigt“, erklärt Peer Frenzke.

Von Thomas Mitzlaff

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