Neben Sicherheitsaspekt erfüllt Ortsumgehung Kirchweyhe weitere Funktion

Umleitungsstrecke für A 39

„Glücklicher Tag“: Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU).

Uelzen/Kirchweyhe. Wie wichtig gut ausgebaute Straßen sind, stellte Jörg Bode, Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, gestern Morgen ganz praktisch fest.

Der Liberale hatte aufgrund eines defekten Bahnübergangs zwischen Celle und Uelzen 20 Minuten Verspätung – der offizielle Spatenstich für die Ortsumgehung Kirchweyhe begann mit Verzögerung.

„Da habe ich schon Überholdruck gespürt“, berichtete Bode mit schmunzelnden Worten und nahm den Faden auf, den Enak Ferlemann, aus Berlin angereister Staatssekretär aus dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, zuvor in seiner Rede gesponnen hatte. „Die neue Ortsumgehung wird gut zwei Kilometer lang sein, knapp zehn Millionen Euro kosten und im sogenannten Zwei-plus-Eins-Verfahren gebaut.“ Konkret: Ähnlich wie auf der Ortsumgehung Uelzens gibt es eine dritte Spur, auf der wechselseitig ohne Gefahr überholt werden kann. CDU-Politiker Ferlemann: „Wir nehmen dadurch den Überholdruck raus, der oftmals Autofahrer verleitet, riskante Überholmanöver zu starten.“

Riskant war auch immer die B 4 für die Bürger Kirchweyhes. Nach Angaben von Minister und Staatssekretär wälzten sich täglich 13000 Kraftfahrzeuge durch den Ort – 17 Prozent davon zählten zum Schwerlastverkehr. Tendenz steigend.

„Vor diesem Hintergrund ist das heute ein glücklicher Tag für Kirchweyhe, dass jetzt endlich das große Projekt Ortsumgehung beginnt“, betonte Ferlemann. „Endlich“ – dieser Begriff ist in dem Zusammenhang wörtlich zu nehmen. Denn: 15 Jahren hatte die örtliche Bürgerinitiative unter Führung von Hans-Jürgen Chlechowitz für die Ortsumgehung gekämpft. Ein Engagement, das Ferlemann und Bode nachdrücklich unterstrichen. In dem Zusammenhang lobten die Politiker aus Berlin und Hannover die stets enge Kooperation zwischen den heimischen Bundes- und Landtagsabgeordneten Henning Otte und Jörg Hillmer sowie den Kommunalpolitikern vor Ort.

Doch die Umgehungsstraße, die im Mai 2014 fertiggestellt sein soll, lässt nicht nur die Bürger aus Kirchweyhe aufatmen. „Die neue Trasse ist auch als Umleitungsstrecke für die vorgesehene A 39 enorm wichtig. Wenn wir Stau oder Verkehrsbehinderungen auf der A 39 haben, benötigen wir entsprechende Möglichkeiten zur Umfahrung“, machte Ferlemann deutlich.

Apropos Staus: Die könnten im Bereich der „Blauen Lagune“ ab heute drohen. Die dortige Kreuzung wird im Zuge der Ortsumgehung in den nächsten drei Monaten zum Kreisel umgebaut. Die Folge: einseitige Verkehrsführung und Sperrung der Zufahrt zum Störtenbütteler Weg. „Das könnte zum Nadelöhr werden“, hieß es von den Verantwortlichen am Rande des symbolischen Spatenstichs. Mögliche Umleitungsstrecken sind bereits seit gestern ausgeschildert.

Von Andreas Becker

Kommentare