Auftragsvergabe: Urteil des Gerichtes

Umgehung Kirchweyhe: Es geht los

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Stillleben: Während die Brückenwerke bereits zum größten Teil fertig sind, können die Erd- und Straßenarbeiten rund um Kirchweyhe nach Gerichtsverfahren und langem Winter erst jetzt beginnen.

Uelzen. Wetter und Gerichte haben es möglich gemacht: „In den nächsten Tagen“, so Dirk Möller, Leiter des Geschäftsbereiches Lüneburg bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, werden die Erd- und Straßenarbeiten im Rahmen des Baus der Ortsumgehung Kirchweyhe aufgenommen.

Damit geht es bei dem millionenschweren Projekt nach Monaten des Wartens endlich voran.

Im Zeitplan: Ende September sollen die ersten Autos über die neue Greyerbrücke rollen.

Neben dem langen Winter hatte auch eine juristische Auseinandersetzung zur Verzögerung geführt. Ursprünglich war geplant, die Erd- und Straßenbauarbeiten bereits im November des vergangenen Jahres beginnen zu lassen. Doch nachdem die Bickhardt Bau AG aus dem hessischen Kirchheim die ursprünglich von der Landesbaubehörde an die Soltendiecker Firma Kaupke erfolgte Auftragsvergabe angefochten hatte, landete der Fall vor dem Oberverwaltungsgericht Celle. Und siehe da: Der Einspruch der Bickhardt Bau AG war berechtigt, das Unternehmen erhielt nun den Zuschlag. Die Firma Kaupke muss zurückstehen. „Wir als Auftraggeber haben im Zuge des Bieterverfahrens falsch bewertet und sind jetzt vom Oberlandesgericht korrigiert worden“, berichtete Möller auf AZ-Anfrage. Trotz des dreineinhalb Monate dauernden Tauziehens vor Gericht zeigt sich der Leiter der Baubehörde hinsichtlich des Zeitplans optimistisch. „Ich gehe davon aus, dass wir den Bau der 2,7 Kilometer langen Ortsumgehung wie vorgesehen Ende April des kommenden Jahres abgeschlossen haben. „Im Übrigen sind – unabhängig von den Erd- und Straßenarbeiten – bereits drei der vier benötigen Brückenwerke fertiggestellt“, erläuterte Möller.

Ab Herbst neue Verkehrsführung: Die Kreuzung Greyerstraße/Am Königsberg wird ab Mai zum Kreisel umgebaut.

Apropos Brückenbauwerk: Ebenfalls im Zeitplan sind nach Auskunft von Uelzens Baudezernent Karsten Scheele-Krogull die Arbeiten an der Greyerbrücke: „Ende September sollen die ersten Autos rollen. Parallel dazu sollen auch die beiden Kreisel – vor dem Gebäude der Uelzener Versicherungen an der Veerßer Straße und der Kreuzung Greyerstraße/Am Königsberg vor dem Herzog-Ernst-Gymnasium – in Betrieb genommen werden.“ Baubeginn für die Kreisel wird im Mai sein. Damit nicht genug der Buddelei: „Voraussichtlich im August“ soll der Startschuss für das Marktcenter-Projekt erfolgen. Die vom Investor HBB (Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft) im vergangenen Herbst für die Verzögerung verantwortlich gemachten hohen Baupreise seien nach Aussage von Scheele-Krogull zwar noch nicht gesunken, doch würde HBB durch den jetzt angewandten Systembau das Objekt günstiger bauen können. Im Herbst 2012 hatte der Investor bei der Stadt Uelzen eine halbjährige Fristverlängerung beim Baubeginn beantragt. Der Rat kam dieser Bitte – inklusive der baulichen Veränderungen – nach. Ursprünglich hätte der Bau des Marktcenters spätestens zum 31. März diesen Jahres beginnen sollen. Jetzt müssen die Bagger spätestens zum 30. September rollen. Ansonsten würde der Vertrag zwischen Stadt und Investor hinfällig werden.

Von Andreas Becker

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