Ukraine-Projekt: Stadtwerken droht Totalverlust

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Sieben Millionen steckten die Stadtwerke Uelzen ins Ukraine-Projekt.

Uelzen. Nach dem vergangenen Freitag beschlossenen Verkauf des Landwirtschaftsprojektes in der Ukraine droht den Stadtwerken Uelzen jetzt der Totalverlust der insgesamt investierten rund sieben Millionen Euro.

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Der hiesige Energieversorger hatte das Agrarprojekt im Jahr 2007 mit gegründet, zuletzt hielten die Stadtwerke noch 25 Prozent an der Muttergesellschaft SBE. Auf juristischem Wege wollen die Uelzener Stadtwerke aber weiter versuchen, noch Geld zu bekommen. Denn es seien „über Monate hinweg wichtige Unterlagen, Informationen und Zahlenmaterial vorenthalten worden“, ließ das Unternehmen über eine Hamburger Agentur verlauten. Der Aufsichtsrat habedaher Juristen und Wirtschaftsprüfer ermächtigt, entsprechende Schritte einzuleiten.

„Die Entscheidung über die strategische Ausrichtung halte ich unter den damaligen Rahmenbedingungen auch heute nach wie vor für richtig“, betont Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Schümann in der Pressemitteilung. Und weiter heißt es darin: „Das Risiko hinsichtlich des finanziellen Engagements war über den gesamten Projektzeitraum begrenzt und daher kalkulier- und überschaubar“.

Das schätzt das gemeinnützige Deutsche Steuerzahlerinstitut, das dem Steuerzahlerbund nahe steht, anders ein. In seiner jüngsten Veröffentlichung nennen die Experten unter der Überschrift „Stadtwerke am Pokertisch“ das Landwirtschafts-Engagement als „besonders krasses Beispiel für eine kommunale Misswirtschaft“.

Obwohl bereits seit Jahren absehbar gewesen sei, dass das Ukraine-Projekt eine Fehlinvestition ist, sei erst Ende letzten Jahres eine Verkaufsentscheidung getroffen worden, kritisiert das Institut. „Die Risiken des Ukraine-Engagements dürften den Stadtwerken aber schon früh bekannt gewesen sein, immerhin konnte die SBE seit ihrer Gründung nicht ein einziges Mal Gewinne erwirtschaften“, heißt es weiter. Die Zeche zahle nun der Steuerzahler.

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