Bilanz nach vier Monaten

Uelzens Rekord-Blitzer: Neue Radaranlage in Oldenstadt löste schon 7738 mal aus  

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Die Ortsdurchfahrt Oldenstadt galt jahrelang als Unfall- und Raserschwerpunkt schlechthin.

Uelzen-Oldenstadt. Mit 5000 Verstößen im Jahr hatte man bei der Stadt Uelzen eigentlich gerechnet, doch die Anlage, die erst im April in der Ortsdurchfahrt Oldenstadt installiert wurde, bricht alle (Negativ-)Rekorde:

Genau 7738 Mal löste die unscheinbare graue Säule an der Bundesstraße 191 bis Ende August aus. Bis Jahresende dürfte somit die 10 000er Grenze geknackt werden.

Effektivste Anlage im Kreis: Blitzer in Oldenstadt.

Damit hat sich die modernste Blitzanlage auf den Straßen des Kreises in nur fünf Monaten auch zum effektivsten Gerät der 22 Kontrollautomaten entwickelt. Und das, obwohl sie noch nicht einmal in vollem Umfang in Betrieb ist: Denn Rotlichtverstöße an der unmittelbar davor stehenden Fußgängerampel werden noch nicht registriert. Dazu muss diese erst erneuert werden. Laut Stadt Uelzen plant die Landesbehörde für Straßenbau diese Maßnahme noch bis Jahresende. Die Ortsdurchfahrt Oldenstadt galt jahrelang als Unfall- und Raserschwerpunkt schlechthin. Denn aus Uelzen kommen die Fahrzeuge bergab auf einer breit ausgebauten, mit Mehrzweckstreifen versehenen Bundesstraße in den nur wenige hundert Meter langen Ort. Rund 24 000 Fahrzeuge täglich passieren die Kreuzung und die Fußgängerampel, die viele Schüler als Überquerungshilfe nutzen. Immer wieder kam es zu schweren Unfällen. Die Stadt hat sich deshalb für die Radar-anlage stark gemacht, auch wenn sie davon keinen finanziellen Vorteil hat. Denn für die Verkehrsüberwachung ist der Landkreis zuständig. Betrieben wird der Oldenstädter Blitzer von einer privaten Firma, die die Messsäulen auch aufgestellt hat. Sie rechnet mit dem Kreis direkt ab und bekommt eine Fallpauschale. Die Daten der Verkehrssünder werden von den grauen Säulen direkt in die Bußgeldstelle im Kreishaus übertragen.

Der Bußgeld-Katalog für Temposünder

Dort darf man sich unterdessen über satte Mehreinnahmen freuen – denn schon bei 5000 Verstößen jährlich waren 200 000 Euro errechnet worden.

Von Thomas Mitzlaff

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