Neue Töne ab Oktober

Uelzens Musikschule kann Konzept umsetzen: Gebührenerhöhung bereits ab übernächste Woche

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Die Musikschulschüler werden auch einzeln an Instrumenten wie am Schlagzeug unterrichtet. Die Gebühren steigen dafür ab Anfang Oktober.

Uelzen. Der Weg ist frei: Die Musikschule für Stadt und Landkreis Uelzen kann ihr erarbeitetes Konzept für die kommenden Jahre umsetzen. Stadt- und Kreispolitiker erhoben keine Einwände gegen die Pläne, mit denen sich die Musikschule und ihr Trägerverein zukunftsfähig aufstellen will.

Das heißt vor allem, dass in den jährlichen Bilanzen schwarze Nullen geschrieben werden. Stadt und Landkreis Uelzen hatten sich angesichts ohnehin eng gestrickter Haushalte nicht mehr bereit erklärt, zu den 319 000 Euro jährlich weitere Gelder nachzuschießen.

Bereits Anfang Oktober wird der „Umbau“ in Angriff genommen. Die Kernpunkte: Die Musikschule bleibt eigenständig; die Gebühren für den Instrumental-Einzelunterricht werden angehoben; die Musikschullehrer verzichten auf einen Teil ihres bisherigen Gehaltes, gleichzeitig sollen Honorarkräfte Arbeitsverträge bekommen. Die Öffentlichkeitsarbeit wird verbessert. Und: Der Trägerverein, der Musikschullehrer einstellt und sich um die Finanzen kümmert, wird sich professioneller aufstellen. Für die Finanzgeschäfte soll eine Buchhalterin beschäftigt werden, informiert Daniel Orthey. Er ist seit 15 Jahren Lehrer an der Musikschule und leitete die Arbeitsgruppe, die das neue Konzept entwickelte.

Die Gebühren-Erhöhung greift zum 1. Oktober: Der Preis für den Instrumental-Einzelunterricht, pro Woche 30 Minuten, steigt von 804 Euro auf 864 Euro jährlich. Orthey: „Der Verein erwartet von dieser Anhebung Mehreinnahmen von 16 000 Euro.“

Auf die Musikschullehrer kommen dann in den nächsten Wochen, so Orthey, Einzelgespräche zu, in denen ihr Beschäftigungsverhältnis und ihre Bezahlung geklärt wird: Eine Überlegung war es, um die Einrichtung, an der jährlich 1000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene unterrichtet werden, zukunftssicher aufzustellen, sie mit der Musikschule des Nachbarkreises Lüchow-Dannenberg zu verknüpfen (AZ berichtete). Aus Sicht der Musikschule und ihrer Lehrer hätte das aber Nachteile gebracht. Daniel Orthey: Womöglich hätte die qualitätsvolle Arbeit der Musikschule Uelzen durch eine Fusion gelitten. Und Carsten Reese vom Trägerverein der Musikschule sagt: „Wir wären von Lüchow-Dannenberg organisiert worden.“ Das sei als Maßgabe bei ersten Gesprächen genannt worden. Die Musikschullehrer sprachen sich so für die Eigenständigkeit und die Weiterbeschäftigung über den Trägerverein aus – dafür erklärten sie für eine Kostenkontrolle sich bereit, auf 20 Prozent zu verzichten. Der Verein hat aber auch Interesse, dass die Musikschullehrer weiter zu der Einrichtung stehen. Honorarkräfte sollen über die Musikschule angestellt werden. Das bringt nach den Worten von Orthey den Musikschullehrern eine stärkere soziale Absicherung über die fällig werdenden Sozialleistungen. Gleichzeitig gebe es eine stärke Bindung zur Musikschule. Die Finanzen im Blick haben wird die bisherige Schatzmeisterin des Vereins Johanna Barisch. Sie soll künftig als Finanzbuchhalterin angestellt werden. Ehrenamtlich, so erklärt Carsten Reese, sei diese Aufgabe nicht länger zu stemmen gewesen.

Von Norman Reuter

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