In der Nebenkostenfalle

Uelzens Mieterverein kritisiert staatlich verursachte Preistreiberei

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Auch wenn zurzeit manche Rückzahlungen erwarten – die Nebenkosten sind für viele Mieter eine schwere Last.

Uelzen/Landkreis. Sinkende Energiekosten und wärmere Winter sorgen dafür, dass sich so mancher Mieter über eine Entlastung bei den Nebenkosten freuen kann. Diese Tendenz sieht auch Christoph Hinkelmann.

„Die gab es aber auch schon 2014“, stellt der 1. Vorsitzende des Mietervereins Uelzen Lüchow-Dannenberg und Umgebung klar. Denn nach einem langen und strengen Winter 2013 hätten viele Energieversorger ihre Abschlagszahlungen angehoben, nach einem milden Winter 2014 dann aber wieder einkassieren müssen.

Doch keine gute Nachricht ohne eine schlechte: „Was wir mit Sorge beobachten, ist der Einfluss von staatlicher Seite auf die Entwicklung der Mietnebenkosten“, sagt Hinkelmann. Denn durch Abgaben wie die Mineralölsteuer oder Anhebungen bei Abwasser- und Müllgebühren würden die Mieter immer mehr zur Kasse gebeten. „Idiotisch“ findet er auch die Verpflichtungen zu Überprüfungen von diversen Leitungen oder auch Rauchmeldern – deren Kosten würden nämlich wiederum auf die Mieter umgelegt. „Das sind alles preistreibende Faktoren, die weder Mieter noch Vermieter etwas nützen“, meint Hinkelmann.

Bedenklich finde er auch Überlegungen des Landkreises Uelzen, Abfallgebühren verbrauchsabhängig zu berechnen.

„Das haben wir schon im Landkreis Lüchow-Dannenberg hinter uns“, sagt Christoph Hinkelmann, „mit dem Ergebnis, dass die Gebühren um 30 bis 50 Prozent gestiegen sind.“

In Großstädten hätten all diese Entwicklungen längst zur Folge, dass die Mieten drastisch angestiegen seien, so Hinkelmann. In Uelzen sei das noch anders. „Der Markt hat ja auch nichts hergegeben.“ Allerdings sei jetzt erstmals seit 1996 wieder eine Preissteigerung bei den Uelzener Mieten zu verzeichnen. Das bedeute im Umkehrschluss: „Der Vermieter musste bislang sein Haus mit dem Geld erhalten, das er auf Grundlage von 1996 bekommt“, gibt Hinkelmann zu bedenken.

Mietpreise in Uelzen lägen derzeit zwischen 4,50 und 5 Euro pro Quadratmeter. Die Nebenkosten kommen noch oben drauf. „Wenn wir mit Leuten Mietverträge abschließen, sagen wir, dass sie nochmal mit 40 bis 50 Prozent der Kaltmiete rechnen müssen.“

Von Ines Bräutigam

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