„Stadt Hamburg“schloss vor mehr als einem Jahr / Mangelnder Brandschutz / Umbau nötig

Uelzens leeres Hotel in bester Lage

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An der Fassade hängt noch das Emblem, das das Stadt Hamburg als „Comfort Hotel“ ausweist. Es sagt: Hier wirbt man um Urlauber. Aber seit mehr als einem Jahr können Gäste nur noch am Eingang des Hotels vorbeigehen.

Uelzen. Das Emblem für ein „Comfort Hotel“ prangt noch an der Fassade. Es verspricht den Gästen Qualität. Aber Gäste gehen nun schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr im „Stadt Hamburg“ an der Lüneburger Straße ein und aus.

Das Hotel mit 34 Zimmern schloss im Januar 2015, seitdem fehlen der Stadt die Betten für Urlauber.

Der Mietvertrag mit dem früheren Pächter Armin Beckemeyer war vom Eigentümer des Hauses gekündigt worden. Bei dem Eigentümer handelt es sich um die Hamburger Immobiliengesellschaft Croneos. 2007 wurde sie gegründet, wuchs seitdem nach eigenen Angaben stetig. „Unser Fokus auf Immobilien basiert auf unserer Leidenschaft für diese Anlageklasse und dem gemeinsamen Ziel, Immobilienwerte für Eigentümer und Nutzer zu steigern“, heißt es auf der Homepage der Gesellschaft. Jens Langheim ist der Geschäftsführer. Viel sagt er auf AZ-Anfrage nicht zur Zukunft des Hotels „Stadt Hamburg“. Es gebe Interessenten, so Langheim. Und: Für eine Neuerföffnung wären noch „Brandschutzfragen zu klären“.

Die Stadt Uelzen erklärt gegenüber der AZ, was unter dieser Formulierung zu verstehen ist. Der Brandschutzbeauftragte habe brandschutztechnische Mängel festgestellt. Es bestünde bei einem Feuer die Gefahr einer schnellen Rauch- und Brandausbreitung. Mit baulichen Veränderungen könnte die Gefahr abgewendet werden. Als Maßnahmen nennt die Stadt Brandschutzklappen, die Erneuerung technischer Installationen sowie den Austausch von Wänden und Türen. All das kostet den Eigentümer Geld.

Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt sagt, dass die Stadt offen für Gespräche sei, um mit Croneos die Fragen zum Brandschutz in Angriff zu nehmen. Uelzen habe mit dem „Stadt Hamburg“ ein Hotel in bester Innenstadtlage, das zurzeit nicht genutzt werde.

Die Folgen haben Uelzen und die Region auch bereits zu spüren bekommen, auch weil mit dem Hotel in der Stadthalle eine weitere Unterkunft schloss. Die Übernachtungszahlen von Urlaubern waren im vergangenen Jahr rückläufig (AZ berichtete), dabei will Uelzen im Tourismus punkten. Hoffnungen ruhen auf die Verleihung des Titels „Hansestadt“ beim geplanten Festakt am Montag, 18. April, und den Marketingideen, die dazu zurzeit entwickelt werden. Um Uelzen im Tourismus weiter voranzubringen, ist für Touristiker in diesem Zusammenhang auch ein Hotel mit dem Namen „Hansestadt Uelzen“ und im Idealfall in „bester Lage“ ein großer Wunsch, sagt Anke Steffen, Leiterin der Stadt- und Touristinfo Uelzen im AZ-Gespräch. An der Lüneburger Straße könnte mit dem „Stadt Hamburg“, in dem einst der König von Hannover residierte, ein solches Hotel seine Pforten öffnen.

Von Norman Reuter

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