Ausgrabung in der Innenstadt wird zu einem kleinen Publikumsmagneten

Uelzens Historie auf der Spur

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Mit ihren Werkzeugen legt Archäologin Freia Tröger Reste der Uelzener Stadtmauer frei. Noch zwei oder drei Wochen wird sie an der Gudesstraße graben.

Uelzen. Sehr bemerkenswert nennt Freia Tröger das, was sie zusammen mit ihrem Kollegen Marian Banas an der Ecke Gudes-/Mauerstraße freigelegt hat. Es seien Reste der alten Stadtmauer und des Gudestores.

Auf der Baustelle der Volksbank wird derzeit vor allem im Dienst der Wissenschaft gearbeitet.

„So eine Eingangssituation ist bisher in Uelzen noch nicht ausgegraben worden“, sagt die junge Archäologin aus dem Erzgebirge. Eigentlich könnte man es auch wohl als kleine Sensation bezeichnen. Möglich gemacht hat es die Baustelle auf dem Grundstück des alten Katasteramtes. Dort will die Volksbank Uelzen-Salzwedel ein Wohn- und Geschäftshaus errichten. Dass dort jetzt erst einmal die Archäologin und der Grabungstechniker trüffeln, sei Teil der Baugenehmigung, so Tröger. Mit Schaufeln, Kellen und einem Metalldetektor sind die beiden jungen Leute auf der Baustelle unterwegs. Über mangelndes Interesse brauchen sie sich nicht zu beklagen. Immer wieder bleiben Passanten am Bauzaun stehen und schauen bei den Arbeiten in der Baugrube zu.

Neben den Findlingen, die einst ein Teil der Uelzener Stadtmauer beziehungsweise des Gudesstores waren, haben Freia Tröger und Marian Banas auch noch ein gemauertes Kellergewölbe aus dem 18. Jahrhundert entdeckt. Wie alt die Stadtmauer-Fragmente sind, können die beiden noch nicht sagen.

Aber möglicherweise wird es in den kommenden zwei bis drei Wochen noch weiter in die Vergangenheit Uelzens gehen. Tröger und Banas wollen auch noch weiter zur Ilmenau hin graben. Dort vermutet man Uelzens älteste Befestigungsanlage. Die war seinerzeit aus Holz.

Auf weitere Funde hoffen die beiden Archäologen auch mit Hilfe des Metalldetektors. „Bisher haben wir noch nichts gefunden.“ Es könne aber sein, dass man vielleicht noch Spangen oder andere Metallgegenstände fände, sagt Tröger.

Freia Tröger und Marian Banas von dem Unternehmen Archaeo Firm aus Isernhagen kennen Uelzen bereits als Ausgrabungsstätte. Vor einigen Jahren haben sie in der Schuhstraße in alten Brunnen und einer Kloake gewühlt. Auch dort haben sie einige Dinge zu Tage gefördert, die mittlerweile auch im Uelzener Museum gelandet sind. Darunter sei auch eine Reliquienrolle gewesen. „Die ist wohl um die Zeit der Reformation in der Kloake versenkt worden“, so die Wissenschaftlerin.

Von Jens Schopp

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