Uelzens gefährlichster Parkplatz

Unter Pendlern längst mehr als ein Geheimtipp ist das Gelände in unmittelbarer Nähe des Bahndamms.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Die Rückkehr zum Auto nach einem langen Arbeitstag ist jeden Tag ein Weg voller Ungewissheit. Ist wieder ein Spiegel abgetreten, die Antenne abgeknickt, der Wagen überhaupt noch fahrbereit? Beim Delikt Sachbeschädigung für die Polizei ist das Gelände längst ein Brennpunkt: Unweit des Bahnhofs befindet sich Uelzens gefährlichster Parkplatz.

Dutzende Pendler nach Hamburg und Hannover stellen ihre Fahrzeuge auf dieser Fläche ab, die gar nicht offiziell als Parkplatz ausgewiesen ist, sondern sich im Besitz der Deutschen Bahn befindet. Wer von der Bahnhofstraße auf die Albrecht-Thaer-Straße biegt und gleich wieder links auf die Freifläche zwischen Thaer-Straße und Bahnstrecke biegt, findet dort zahlreiche Möglichkeiten, seinen Wagen abzustellen. Für das ehemalige Firmengelände gibt es noch keine neue Nutzung.

„Wir sind derzeit im Gespräch mit der Deutschen Bahn, da wir Interesse daran haben, dieses Gelände zu erwerben und dann offiziell als Parkraum auszuweisen“, sagt Stadt-Sprecherin Ute Krüger. Doch bevor man zu einem Vertragsabschluss kommt, sind noch einige Fragen zu klären. So soll eine Bodenanalyse vorgenommen werden, denn das Gelände, in dessen Nähe früher Diesellokomotiven gewartet wurden, könnte belastet sein. „Und natürlich müssen wir sehen, welche finanziellen Vorstellungen die Bahn hat und ob die mit unseren in Einklang zu bringen sind“, sagt Krüger.

Bis dahin wird das riskante wilde Parken auf dem nur schwer einsehbaren Gelände weitergehen. Allein an einem Tag wurden jüngst elf Kennzeichen gestohlen, dazu kommen immer wieder Meldungen über abgeknickte Scheibenwischer, zerschlagene Scheiben, dilettantische Versuche, ein Fahrzeug kurzzuschließen, herausgerissene Radios – „was da in dumpfer Zerstörungswut angerichtet wird, ist beispiellos für Uelzen“, sagt ein Polizeisprecher. Gefasst werden konnte bislang noch kein Täter.

Eine Alternative für Pendler ist die zwar gebührenpflichtige, aber ungleich sicherere Parkpalette auf der Ostseite des Bahnhofs. Auch dort wurden früher immer wieder Autos aufgebrochen, doch seit die Ebenen kameraüberwacht sind und mehrere Täter aufgrund der Bilder ermittelt werden konnten, passiert dort kaum noch etwas: „Die Parkpalette ist mittlerweile sicherer als das übrige Stadtgebiet, in dem auch nicht viel passiert“, heißt es von Seiten der Polizei.

Und Platz ist in dem Parkhaus auch noch vorhanden, erklärt Stadt-Sprecherin Krüger: „Auf beiden Ebenen gibt es zwar einen hohen Auslastungsgrad, aber einen Parkplatz kann man eigentlich immer noch finden.“ Ohne den Nervenkitzel, der zudem noch teuer werden kann.

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