Finanzamt: Steueraufkommen wächst um 30 Millionen Euro

Uelzener Wirtschaft steigert Gewinne

Uelzen. Die Uelzener haben im vergangenen Jahr so viele Steuern gezahlt wie schon lange nicht mehr. Um rund 14 Prozent wurde das Steueraufkommen im Vergleich zum Jahr 2011 gesteigert, das macht eine Erhöhung um etwa 30 Millionen Euro aus.

Insgesamt wurden rund 243,5 Millionen Euro an das Finanzamt Uelzen gezahlt. Damit liegt der Wert über dem Landesdurchschnitt: In ganz Niedersachsen stiegen die Steuereinnahmen um 11,88 Prozent.

Die letzte Steigerung in der Größenordnung gab es noch zu D-Mark-Zeiten, als sich die Grenzöffnung positiv auf die hiesige Wirtschaft auswirkte. Von 1990 auf 1991 waren damals Steigerungen um 69 Millionen Mark und von 1991 auf 1992 um 64 Millionen Mark zu verzeichnen, berichtet Angelika Junghans-Borm, Leiterin des Finanzamtes Uelzen. Zwischen 2006 und 2008 war ebenfalls ein Sprung im Steueraufkommen festzustellen, aber seitdem blieb die Summe meist auf einem ähnlichen Niveau.

Der Schritt von 213,4 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 243,5 Millionen Euro im vergangenen Kalenderjahr ist beachtlich: Die Leiterin des Finanzamtes spricht von einem „bemerkenswerten Ergebnis“. Die Steigerung des Steueraufkommens sei vor allem auf erhebliche Gewinnsteigerungen in der Wirtschaft zurückzuführen und beruhe auch auf Gewinnen aus den Vorjahren, da Nachzahlungen in diese Statistik mit eingerechnet wurden. Die deutlich gestiegenen Einnahmen bei der veranlagten Einkommensteuer um fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erklärt Angelika Junghans-Borm mit einem Wachstum der Unternehmensgewinne in Teilen der gewerblichen Wirtschaft und der Land- und Forstwirtschaft. Daraus würden auch die höheren Einnahmen in der Körperschaftssteuer, insbesondere durch mittelständische Unternehmen, resultieren. Dazu passe auch die Erhöhung der Einnahmen aus der Kapitalertragssteuer, da Mehrgewinne Unternehmen auch zu vermehrten Ausschüttungen veranlassen.

Das Umsatzsteueraufkommen ist lediglich um fünf Prozent gestiegen. Das Finanzamt sieht den Grund dafür im veränderten Konsumverhalten der Verbraucher.

Ein weiteres großes Plus ist im Bereich Grunderwerb zu sehen. Die deutliche Steigerung in Höhe von 20 Prozent beruhe auf gestiegenen Kaufpreisen bei Grundstücksveräußerungen. Hinzu kommen „einige bedeutsame Veräußerungsfälle“, so Junghans-Borm.

Von Diane Baatani

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