Lüneburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 55-Jährigen ohne Jagdschein

Uelzener bei der Wilderei ertappt

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Ohne Jagdschein und Waffenbesitzkarte auf der Pirsch: Ein 55-Jähriger aus dem Landkreis Uelzen wurde im Nachbarkreis Lüchow-Dannenberg beim Wildern erwischt.

Uelzen. Auf frischer Tat ertappt wurde ein 55-jähriger Wilderer aus dem Landkreis Uelzen. Seit sieben Jahren ist der Mann nicht mehr im Besitz eines gültigen Jagdscheins, auch seine Waffen hat er bereits abgeben müssen.

Dennoch war er im Landkreis Lüchow-Dannenberg auf der Pirsch. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt nun gegen den 55-Jährigen, in erster Linie wegen des Verstoßes gegen das Waffenrecht.

Schon im vergangenen Herbst wurden Kriminalermittler der Polizei Lüchow von der Jagdbehörde des Landkreises Uelzen über einen vermeintlichen Wilderer informiert. Bei den Ermittlungen verdichteten sich die Hinweise auf den 55-Jährigen. Schließlich tauchte nach Angaben der Polizei der Verdächtige ohne gültigen Ausweis in einem Lüchow-Dannenberger Revier eines Pächters aus dem Raum Vechta auf. Von dem Jagdpächter war der Uelzener für einen Revierbereich eingeteilt worden.

Als er im Uelzener Nachbarkreis vor wenigen Wochen erneut auf Jagd war, suchten ihn die Polizeibeamten auf einem Hochsitz auf. Er konnte weder Jagdschein noch Waffenbesitzkarte vorweisen. In seinem Geländefahrzeug wurde zudem jagdliches Zubehör vorgefunden, berichtet Polizeisprecherin Nicole Winterbur.

Neben Jagdmessern in verschiedenen Ausführungen seien auch Nachtzielgeräte, die für das Verwenden an Schusswaffen geeignet, jedoch für die Nachtjagd verboten sind, aufgefunden. Zudem beschlagnahmten die Beamten großkalibrige Munition für weitere Jagdwaffen.

Die Waffe, die der 55-Jährige bei sich hatte, ist Bestandteil eines Strafverfahrens, das wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz gesondert eingeleitet wurde. Denn dafür muss sich ein 35 Jahre alter Mann, der ebenfalls aus dem Landkreis Uelzen kommt, verantworten. Er hat seine Repetierbüchse dem Wilderer überlassen.

Damit nicht genug: Mit dem 55-Jährigen waren am selben Abend, an dem er von den Beamten auf dem Hochsitz aufgesucht wurde, auch zwei weitere Jagdgäste in dem Revier. Ein 44-jähriger Gast aus dem Raum Gifhorn konnte die erforderlichen Papiere vorlegen. Ein 61 Jahre alter Mitjäger aus dem Ladnkreis Uelzen hatte ebenfalls keine Waffenbesitzkarte vor Ort dabei, er konnte sie der Polizei nachreichen.

Auch die weiteren Ermittlungen der Polizei wegen Jagdwilderei, Verstoß gegen das Waffengesetz und Verstoß gegen das Jagdgesetz dauern an. Nach Informationen von Winterbur sei insbesondere die Verantwortungslosigkeit ein Ärgernis, da durch solch ein Verhalten auch die Jagd an sich sehr schnell in Verruf geraten könne.

Welche und wie viele Tiere der 55-Jährige aus dem Kreis Uelzen bei der Wilderei erlegt hat, ist bislang noch ungeklärt.

Von Diane Baatani

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