Uelzener verklagt Anwalt nach geplatztem Diamanten-Deal auf Schadenersatz

Streit um kiloweise Juwelen

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(Symbolfoto)

Uelzen/Lüneburg. Ein Deal mit Rohdiamanten, die von Südafrika nach Deutschland transportiert werden sollten, aber in Frankfurt plötzlich verschwunden seien, beschäftigte Dienstaggittag die 5. Zivilkammer am Landgericht Lüneburg.

Diesen Deal nämlich hatte 2004 ein heute 64-jähriger Uelzener eingefädelt, der zwei weiteren Geschäftspartnern je 100 000 Euro Gewinnbeteiligung auszahlen wollte. Zur Sicherung dieser Schuld hatte er bei einem Uelzener Anwalt 28 Kilogramm Edelsteine – Rubine und Smaragde – hinterlegt. Als der Rohdiamanten-Deal platzte, konnte der Uelzener aber nicht auf die Edelsteine zurückgreifen – der Anwalt hatte sie bereits verkauft. Für 1000 Euro. Der Uelzener Edelstein-Händler hat den Juristen nun auf Schadenersatz verklagt.

Der Händler beziffert den Wert der Steine auf 245 000 Euro – zu diesem Preis habe er die Rubine und Smaragde einst gekauft. Es handele sich um unsortierte und unterschiedlich große Steine mit einem Wert von 50 Cent bis 100 Euro pro Karat. Der Uelzener Jurist hingegen berichtete: „Nachdem der sechste internationale Verwerter gesagt hatte, dass das Zeug nichts wert ist, dämmerte es mir langsam.“ Irgendwann hätten die Kosten der Lagerung im Schließfach das Zumutbare überstiegen. Und weil er auch noch Forderungen gegen einen der beiden Geschäftspartner des Uelzeners gehabt habe, habe der Jurist schließlich die „wertlose Industrieware“ veräußert. Zurzeit sollen die Steine von einem Juwelier in Idar-Oberstein für 2000 Euro zum Verkauf angeboten werden.

Warum das Rohdiamantengeschäft eigentlich nicht versichert gewesen sei und warum der Uelzener Edelstein-Händler die angeblich so wertvollen Steine nicht einfach für 2000 Euro aus Idar-Oberstein zurückkaufte, das blieb in der gestrigen Verhandlung ungeklärt. Und überhaupt: Am liebsten würde der Uelzener, der nach eigenen Angaben seit 1990 im Edelsteingeschäft selbstständig ist, mit dem von ihm verklagten Anwalt gar nicht mehr sprechen. Weil dieser ihn unter Druck gesetzt habe und sowieso nur „konstruierte Fragen“ stelle.

Von dem Vorschlag einer gütlichen Einigung zwischen den Parteien konnte sich der Richter recht schnell verabschieden. „Mit denen da drüben vergleiche ich mich bestimmt nicht“, sagte der verklagte Anwalt. Und auch die Gegenseite blockte ab. Die Zivilkammer wird daher am 25. Februar eine Entscheidung in dieser Sache verkünden.

Von Ines Bräutigam

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