Nutzung bis zu 5 weitere Jahre / Stadt-Tochter verliert Klage gegen Ex-Pächter

Uelzener Stadthalle bleibt in Betrieb

Uelzen. Ende des Jahres sollte sie aus Kostengründen für immer abgeschlossen werden, doch nun könnte die Uelzener Stadthalle noch bis Ende 2021 betrieben werden.

Die Stadtpolitik sprach sich nach ihrer Sommerpause für einen Erhalt der Stadthalle für bis zu fünf weitere Jahre aus.

Mit dem Beschluss der Politik gebe es die Chance, zu sehen, wie sich Uelzen weiter entwickele, sagt Bürgermeister Jürgen Markwardt. Das Areal kommt als möglicher Bauplatz für ein neues Kreishaus in Betracht. Der Kreis könnte die Fläche kaufen, um dort in den nächsten Jahren ein neues Verwaltungszentrum zu errichten. Eine Entscheidung für oder gegen das Gelände steht noch aus.

Eine politische Diskussion um die Zukunft der Uelzener Stadthalle war im Zusammenhang mit dem geschlossenen Zukunftsvertrag zur Entschuldung der Stadt in Gang gekommen. Die Bewirtschaftung der Stadthalle ist ein Zuschussgeschäft. Rund 60 Veranstaltungen gab es im vergangenen Jahr in der Halle. Laut Haushalt hatte die Stadt 2015 einen Betrag von 121 000 Euro zur Deckung laufender Kosten zu zahlen. Für 2016 ist ein Betrag in fast gleicher Höhe als Zuschuss vorgesehen.

Weil die Anlage stark sanierungsbedürftig ist, entschied die Politik, die Halle Ende 2016 schließen zu wollen. Für den vorläufigen Erhalt sollen jetzt 65 000 Euro in die Hand genommen werden; mit ihnen würden die notwendigsten Sanierungsarbeiten bezahlt, sagt Jürgen Markwardt. So müssten Arbeiten am Dach vorgenommen werden.

Indes unterlag die Stadthallen GmbH, die sich als Tochter der Stadt um die Liegenschaft kümmert, im Frühjahr in einem Klageverfahren gegen den früheren Pächter der Halle, Andreas Hollemann, vor dem Landgericht in Lüneburg. Die Klage drehte sich um noch zu zahlende Pacht und Zinsen aus den Jahren 2013 und 2014.

Hintergrund: Bis Ende 2014 war die Anlage am Schützenplatz in Uelzen mit Räumen für Gastronomie und Hotelzimmern noch verpachtet worden. Wie Gerichtssprecherin Frauke Albers auf Anfrage erklärt, ging es um einen Betrag von rund 36 000 Euro, den die Stadthallen GmbH einforderte. Hollemann habe die geminderte Pachtzahlung mit dem maroden Zustand der Stadthalle begründet, so Albers. Drängende Sanierungsarbeiten seien von der Stadthallen GmbH nicht angepackt worden. Das Gericht sei Hollemanns Argumentation gefolgt.

Der frühere Pächter will sich gegenüber der AZ nicht zum Rechtsstreit äußern. Der Geschäftsführer der Stadthallen GmbH, Manfred Knaak, erklärt, er wolle erst kommende Woche Stellung beziehen.

Von Norman Reuter

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