Politik strampelt sich frei

Uelzener Offerte bei festgefahrener Diskussion um Radweg Groß Liedern-Lehmke

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Frühjahr 2015: Einwohner von Lehmke sind verärgert. Sie fordern den Bau des Radweges zwischen Groß Liedern und Lehmke, damit sie sicher in die Kreistadt radeln können. Jetzt gibt es wieder Hoffnung für die Trasse.

Uelzen. „Kreisstadt, wir wollen sicher zu dir radeln. “ Im Frühjahr 2015 war dieser Satz auf einem Transparent bei einer Demonstration von 80 Lehmker Bürgern zu lesen.

Karl Heinz Schmäschke erläuterte, dass man als CDU-Grünen-Gruppe wieder Bewegung in die Diskussion bringen wolle. So wurde ein Kompromiss beantragt.

Mit dem Protest forderten sie den Bau des Radweges zwischen Lehmke und Groß Liedern, der schon fast in trockenen Tüchern schien, aber letztlich wegen eines Vetos des Uelzener Verwaltungsausschusses nicht gebaut wurde. Zum Verdruss der Lehmker Einwohner. Nun stößt die Uelzener Politik wieder eine Tür in der festgefahrenen Diskussion auf. Bislang nutzen Radfahrer für eine direkte Verbindung zwischen Groß Liedern und Lehmke die Fahrbahnen der Kreisstraße 51. Zu gefährlich, klagen die Radler. An der K 51 entlang, so die Planungen, könnte aber der 4,4 Kilometer lange Radweg entstehen, der sowohl Uelzener Stadtgebiet als auch das Gemeindegebiet von Wrestedt berührt. Die jeweiligen Teilabschnitte wären von den Kommunen mitzufinanzieren. Für das 1,9 Kilometer lange Teilstück durch das Uelzener Gebiet habe die Hansestadt 130 000 Euro aufzubringen, erläutert bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull. Eine Summe, die nun aufgebracht werden soll. Der Ausschuss sprach sich mehrheitlich für den Bau des Radweges aus.

Zuvor hatte ein Vorschlag der CDU-Grünen-Gruppe Bewegung in die Diskussion gebracht. Statt der vollen 1,9 Kilometer könnte auf Uelzener Gebiet lediglich ein Teilstück des Weges gebaut werden – bis zu einer Abzweigung zu einem gut ausgebauten Wirtschaftsweg, über den dann Uelzen zu erreichen sei. Karl Heinz Schmäschke (CDU-Grüne-Gruppe) bezeichnete die Idee als Kompromissvorschlag, um in der Angelegenheit weiterzukommen. Und er verwies darauf, dass es in der Diskussion vor allem Vorbehalte des Ortsrates Groß Liedern gegeben habe.

Wilfried Teichmann (SPD), Ortsbürgermeister von Groß Liedern, betonte, dass der Ortsrat nie grundsätzlich gegen das Vorhaben gewesen sei, sondern erklärt habe, dass aus Kostengründen der Bau verschoben werden müsse. Anfang Juni habe der Ortsrat allerdings sein Einverständnis zum Bau des gesamten Teilstückes gegeben.

Für Ratsherr Herwig Maaß (SPD) ist es wichtig, dass für dieses Projekt nicht andere Verbesserungen im Zuge des aufgestellten Uelzener Radwegekonzepts aufgegeben würden. Das soll nicht der Fall sein, sagte Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull. Und er wusste zu berichten: Die Wrestedter stünden zu dem gemeinsamen Radwegeprojekt.

Von Norman Reuter

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