Wilhelm Spangenberg: Für Beratungen zur Obdachlosenbleibe gab es keinen politischen Auftrag

SPD kritisiert Böh-Arbeitsgruppe

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Ist eine Obdachlosenunterkunft wie am Stadtrand von Uelzen der richtige Weg, um Menschen in Not zu unterstützen? Oder gibt es bessere Wohn- und Betreuungskonzepte? Eine Arbeitsgruppe geht dieser Frage nun nach.

Uelzen. Die Arbeitsgruppe zur Zukunft der Uelzener Obdachlosenunterkunft im Böh, in der über eine stärkere Einbindung der Bewohner in die Gesellschaft beraten wird (AZ berichtete), stößt auf Unverständnis in der Stadtpolitik.

Wie Karin Mühlenberg (SPD) während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Generationenfragem, Integration, Soziales und Sport sagte, sehe sie in der Arbeitsgruppe den Versuch, das Rad in Sachen Betreuung von Obdachlosen neu zu erfinden. „Das machen wir in der Stadt schon seit 30 Jahren“, meinte Mühlenberg. Ausschussmitglied Wilhelm Spangenberg (SPD) hält das Vorgehen für kritikwürdig. Es habe sich eine Arbeitsgruppe gebildet, ohne dass es dazu einen Auftrag der Politik gegeben habe oder der Fachausschuss eingebunden worden sei. Zudem irritiere es ihn, dass der Herbergsverein Lüneburg in der Arbeitsgruppe federführend sei – eine Institution, die für Leistungen von der Stadt bezahlt werde. Wie berichtet, bietet der Herbergsverein wöchentlich drei Beratungsstunden in der Obdachlosenunterkunft an.

Die im Ausschuss dargebrachten Kritikpunkte vermag Daniela Faber, Leiterin der Ambulanten Hilfen beim Herbergsverein, nicht nachzuvollziehen. Der Herbergsverein Lüneburg sei weder Initiator der Arbeitsgruppe gewesen noch sei er federführend aktiv, sagte Faber auf AZ-Nachfrage. Die Idee zur Arbeitsgruppe sei nach dem Tod zweier Böh-Bewohner nach einer unsachgemäßen Befeuerung von Kohleöfen im sozialpsychiatrischen Verbund entstanden. Dabei handelt es sich, so Faber, um einen Zusammenschluss verschiedener sozialer Träger, in der auch der Herbergsverein vertreten sei.

Die Arbeitsgruppe wolle zudem nicht unabhängig von der Politik und den Fachausschüssen arbeiten, sondern in Gemeinschaft mit ihnen, so Faber. Dies war auch bei der ersten Sitzung der Arbeitsgruppe im Januar von Teilnehmern mehrfach betont worden. Es sei wünschenswert, dass die Politik mit eingebunden werde, schließlich habe sie über die Umsetzung von Ideen zur besseren Integration von Obdachlosen zu entscheiden, so der Tenor seinerzeit. Ein Vertreter der Politik war zum Auftakt nicht gekommen. Für die Stadt Uelzen war der Ordnungsamtschef Volker Leddin anwesend.

Die Arbeitsgruppe will sich im kommenden Monat wieder treffen. Eine Sitzung ist für Montag, 17. März, um 14.30 Uhr in der Teestube des Sozialpsychiatrischen Dienstes geplant.

Von Norman Reuter

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