Knapp 1000 Übernachtungen abgesagt

Jugendherberge spürt Lehrer-Boykott

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In der Jugendherberge am Fischerhof bringen derzeit vor allem Sport- und Musikgruppen Leben ins Haus.

Uelzen. Die Jugendherberge am Fischerhof verzeichnet weniger Anmeldungen fürs nächste Jahr: Die Zahl ist um 2000 Reservierungen im Vergleich zu 2013 gesunken, berichtet Daniela Ernst, die gemeinsam mit ihrem Mann die Uelzener Jugendherberge führt.

In der Vergangenheit seien etwa 10 000 Buchungen bis zum Jahresende eingegangen, nun seien es gerade einmal 7900 fürs nächste Jahr. Knapp 1000 Absagen habe es bereits gegeben, andere hätten erst gar nicht gebucht.

Im Jahr 2013 kam die Jugendherberge insgesamt auf über 16 000 Übernachtungen, das ist laut Ernst „ein guter Wert“. 2014 waren es knapp 1300 weniger. Die Gäste der Jugendherberge, die 161 Betten bietet, kommen vor allem aus Hamburg, gefolgt von Bremen und Hannover. Das am stärksten vertretene Bundesland aber ist Niedersachsen – und hier wird, was Klassen- und Studienfahrten betrifft, an vielen Gymnasien gestreikt.

Grund für den Klassenfahrten-Boykott ist die Arbeitszeiterhöhung, die die niedersächsischen Gymnasiallehrer betrifft. Statt 23,5 haben diese seit dem Sommer 24,5 wöchentliche Unterrichtsstunden, plus Vor- und Nachbereitung. Christof Kordes, Lehrer am Uelzener Lessing-Gymnasium (LeG), bedauert, dass „alle Gespräche mit den politisch Verantwortlichen in einer Sackgasse gelandet sind und unsere Argumente gar nicht zur Kenntnis genommen wurden“. Den Kollegien des LeG und des Herzog-Ernst-Gymnasiums (HEG) in Uelzen bleibe „als letzte Maßnahme nur der Boykott freiwilliger Leistungen“, zu denen Klassenfahrten gehören. [...]

Von Sophie Borm

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