Ostfalia-Professor will Kompetenzzentrum in der Region

Innovationen im Gesundheitswesen: Uelzener Ideen für „E-Health“

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Für die Patienten könnte eine bessere medizinische Versorgung sichergestellt werden, wenn Ärze sich auf digitalem Wege austauschen könnten. Doch es gibt noch zu nehmende Hürden.

Uelzen/Landkreis. Ein Armband, das gegangene Schritte erfasst und sie auf das Smartphone überträgt. Moderne Technik zur Fitness und Gesundheit hält Einzug in die Gesellschaft.

Das Armband ist dabei nur die Spitze des Eisberges, was die Möglichkeiten in Zeiten des digitalen Fortschritts betrifft. Christian Weber hat viele Ideen für Innovationen. Er ist Professor für Angewandte Informatik an der Hochschule Ostfalia in Suderburg – zusammen mit Medizinern, Pflegestellen und Krankenhäusern in der Region sowie mit Ostfalia-Studenten kann er sich vorstellen, den Landkreis Uelzen im Bereich „E-Health“ voranzubringen.

Mit „E-Health“ wird der Einsatz digitaler Technik im Gesundheitswesen bezeichnet. Durch ihn, so sagt Weber, könne die medizinische Versorgung in der Region verbessert werden. Ein Ziel, das sich der Landkreis als sogenannte Gesundheitsregion Niedersachsens auf die Fahne geschrieben hat. Projekte sollen auf den Weg gebracht werden. Das Land Niedersachsen, das die Gesundheitsregionen etablierte, fördert solche Projekte auch, wenn sie unter anderem Ausstrahlungskraft auf andere Regionen haben.

Im Frühjahr, so informiert Gerhard Wermes, Leiter des Uelzener Gesundheitsamtes, habe das Herz- und Gefäßzentrum in Bad Bevensen zusammen mit einem Berliner Institut bereits einen ersten Vorstoß gewagt. Für Menschen, denen ein Herzschrittmacher implantiert wurde, ist der fehlerfreie Betrieb des Gerätes lebenswichtig. Regelmäßige Kontrollen sind unerlässlich. Mit Hilfe bestehender von Funk- und Internettechnik ließe sich die Funktionsweise prüfen und erfasste Daten zu Herzschlägen auslesen. Diese Technik wollten HGZ und das Institut für ihre Patienten anbieten – förderfähig war das Projekt aus Sicht des Landes jedoch nicht.

Aufstehen, schütteln, weiter geht´s – nicht für Projekte des HGZ: „Es besteht unter den Medizinern das Interesse, beim Thema ,E-Health‘ voranzukommen. Der Zug ist da“, so Wermes. Vor wenigen Tagen kamen Mediziner im Lessing-Gymnasium im Lessing-Gymnasium zusammen, um über „E-Health“-Projekte zu sprechen. Die digitalen Autobahnen werden vor allem als Chance für einen besseren Austausch untereinander gesehen, von dem die Patienten profitierten. Die Meinung eines weiteren Kollegen ließe sich per Mausklick einholen. Drei zu nehmende Hürden gebe es, sagt Christian Weber. Es fehlen die gesetzlichen Voraussetzungen für einen verstärkten Austausch über das Netz. Stichwort: Datenschutz. Auch die technischen Voraussetzungen müssten gegeben sein. Weber: „Das Glasfasernetz des Landkreises bietet die Voraussetzungen, wenn es denn mal da ist.“ Nach Angaben des Landkreises sollen ab 2019 bisher unterversorgte Regionen im Landkreis durch das Glasfasernetz über eine Internetverbindung mit über 100 MBit pro Sekunde verfügen.

Zuletzt brauche es geeignete Plattformen, über die sich die Mediziner austauschen könnten. Solche Plattformen, aber auch weitere Innovationen können nach Ansicht von Weber in einem Kompetenzzentrum für E-Health, einer Ideenschmiede, am Campus Suderburg entstehen. Ein Kompetenzzentrum sei nicht nur reizvoll, weil sich mit ihm die medizinische Versorgung der Region verbessern ließe, sondern auch ein Forschungsort für Studenten und Absolventen der Ostfalia sein könnte. Es würden Experten in Suderburg ausgebildet, die dann die Region mangels fehlender Beschäftigungsmöglichkeiten wieder verließen. Mit dem Kompetenzzentrum könnten sie gehalten werden – auch ein Beitrag für die Region.

Von Norman Reuter

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